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Feuer in Ginnheim Furcht nach Brand an Fassade

Ein Brand an einem städtischen Wohnhaus sorgt für eine Kontroverse zwischen den Mietern und dem Chef des Wohnungskonzerns ABG. Besteht die Fassade aus brennbarem Material?

Wohnhaus in Ginnheim
Brandspuren an der Fassade des Wohnhauses Selma-Lagerlöf-Straße 6 in Ginnheim. Foto: Renate Hoyer

Ein Brand am städtischen Wohnhaus Selma-Lagerlöf-Straße 6 sorgt für eine heftige Kontroverse zwischen den Mietern und dem Chef des Wohnungskonzerns ABG, Frank Junker. Die Menschen im Haus schildern in einem Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), dass das Feuer auf die Hausfassade übergegriffen habe. Junker bestreitet das. „Die Fassade war nicht betroffen, sie hat nicht gebrannt“, betont der ABG-Geschäftsführer im Gespräch mit der FR. Sein Vorwurf an die Anwohner: „Die schüren da Panik.“

Das Feuer war, wie von der FR berichtet, in der Silvesternacht ausgebrochen. Anwohner hatten damals dem FR-Reporter erzählt, Jugendliche hätten den Abfall in Mülltonnen angezündet, die an Hauswänden standen. In ihrem Schreiben an den Oberbürgermeister äußern die Bewohner jetzt ihre Sorge darüber, „dass die im Auftrag der ABG im Jahr 1996 angebrachte Styropor-Dämmung sich sehr schnell entzündete.“

Weiter heißt es in dem Brief: „Wäre die Feuerwehr nicht so schnell dagewesen, die Fassade des Hauses hätte binnen Minuten vollständig gebrannt.“ Junker tritt dieser Darstellung entgegen. „Die Fassade hat nicht gebrannt, weil sie aus nicht brennbarem Material bestand.“ Die Fassade habe „standgehalten“. Das wiederum empört eine Bewohnerin des Hauses: „Natürlich hat die Fassade gebrannt, ich habe es selbst gesehen, die Feuerwehr hat sie dann gelöscht.“

In ihrem Brief an den Oberbürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzenden der ABG fordern die Mieter, „die Fassaden der Häuser mit einem anderen, weniger brennbaren Material zu verkleiden“. Außerdem sollten die Mülltonnen in einem größeren Abstand von den Wohnhäusern deponiert werden.

Nach dem verheerenden Großbrand im Londoner Grenfell Tower, bei dem am 14. Juni des vergangenen Jahres 71 Menschen gestorben waren, hatte die ABG alle ihre höheren Gebäude einer Prüfung unterzogen. Nach Junkers Worten verfügt der Konzern mit seinen 52.000 Wohnungen über 106 Bauten, die rechtlich als Hochhäuser gelten – das heißt, sie sind mindestens 22 Meter hoch.

Der ABG-Chef zur Frankfurter Rundschau: „Wir haben mittlerweile alle Hochhäuser untersucht, es gibt keine Auffälligkeiten, es sind keine Nachbesserungen nötig.“ Das Gleiche gelte auch für die niedrigeren Gebäude des Wohnungskonzerns in Frankfurt. Auch sie seien nur mit nicht brennbarem Material verkleidet.

Die Bauten verfügten überdies alle zwei Geschosse über einen Riegel, der ein Überspringen von Flammen zusätzlich verhindern solle.

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