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Ferienwohnungen in Frankfurt Airbnb will mehr Freiheit für Vermieter

Die Stadt Frankfurt erlaubt die Weitervermietung von Wohnraum als Ferienwohnung nur nach Genehmigung. Der Vermittler Airbnb kritisiert das als zu bürokratisch.

Internetseitet von Airbnb
Strenge Regeln für Airbnb in Frankfurt: „Wohnungen sind kein Hotelersatz“, stellt Planungsdezernent Mike Josef klar. Foto: imago

Airbnb kritisiert die vom Frankfurter Magistrat auf den Weg gebrachte Ferienwohnungssatzung als zu strikt. Der Vermittler von Unterkünften für Reisende lobt zwar, dass die Stadt nun Regeln schaffe, die das Home Sharing anerkennen. „Es muss aber die Möglichkeit für Frankfurter Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden, ihr Zuhause unbürokratisch und ohne Genehmigung für einen Zeitraum zu vermieten, der den Lebensgewohnheiten der Home Sharer gerecht wird und dem weltoffenen Charakter der Stadt Frankfurt am Main entspricht“, sagt der Deutschland-Chef von Airbnb, Alexander Schwarz. Zumal fast 200.000 Reisende aus Frankfurt im vergangenen Jahr selbst über Airbnb eine Unterkunft gebucht hätten.

Die Stadt, die schon bisher einen auch im deutschlandweiten Vergleich eher strikten Kurs verfolgte, will die Vermietung von Wohnungen an Touristen nach der vor kurzem von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) vorgestellten Satzung nur nach Genehmigung erlauben. Komplette Wohnungen sollen selbst mit Genehmigung höchstens sechs Wochen pro Jahr für Geld Touristen überlassen werden dürfen. „Wohnungen sind kein Hotelersatz“, begründet das Josef. Angesichts der Wohnungsnot in Frankfurt sei es wichtig, die Umwidmung von Wohnraum zu verhindern.

Airbnb widerspricht dieser Argumentation. Bei den Vermietern handele es sich überwiegend um Privatpersonen, die beruflich oder privat viel unterwegs seien. „Wenn Reisende bei Home Sharern wohnen, während diese selbst nicht da sind, wird Wohnraum effizient genutzt“, heißt es.

Wie viele Wohnungen in Frankfurt inzwischen zumindest zeitweise an Touristen und Geschäftsreisende vermietet werden, zeigen jetzt von Airbnb vorgelegte Zahlen. Demnach kamen im vergangenen Jahr 63.100 Gäste bei Frankfurter Gastgebern an und blieben im Schnitt 3,4 Nächte. 85 Prozent der Frankfurter Gastgeber vermieten ihre Unterkunft dem US-Unternehmen nach an weniger als 120 Tagen im Jahr. Acht Prozent hätte diese an mehr als 180 Tagen vermietet.

Die Ferienwohnungssatzung wird nun das Stadtparlament beschäftigen. Kritik kommt von der FDP. Sie dringt auf eine liberalere Lösung. Nach ihrem Vorschlag sollte die Stadt Eigentümern erlauben, ihre Wohnung bis zu 42 Tage im Jahr ohne Genehmigung Reisenden zu überlassen. Mit Genehmigung sollte sogar eine Vermietung an 182 Tagen möglich sein, fordert sie.

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