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Bürostadt Niederrad Bürohochhaus wird Wohnturm

Der Wandel der früheren Bürostadt Niederrad in ein gemischtes Viertel gewinnt an Fahrt. 8000 Menschen könnten in den kommenden eineinhalb Jahren ins Lyoner Quartier ziehen.

Abriss
An der Ecke Rhonestraße/Lyoner Straße ist der Abriss des Postgewerkschaftshauses im Gange. 123 Wohnungen sollen entstehen. Foto: Boeckheler

Deutlich mehr Menschen, als zu Beginn der Umwandlung in ein gemischtes Viertel angenommen wurde, könnten schon in wenigen Jahren in der Bürostadt Niederrad wohnen, die inzwischen in Lyoner Quartier unbenannt wurde. Das ist am Montagnachmittag bei einer Rundfahrt mit Projektentwicklern und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) durch das teils zu Niederrad, teils zu Schwanheim zählende Areal deutlich geworden.

Selbst 3000 Wohnungen in dem einst autogerecht entworfenen Quartier zu bauen, galt einmal als sehr ambitioniertes Ziel. Nun sind laut Planungsdezernat bereits mehr als 4000 Wohnungen fertig, in Bau oder mit der Stadt vorabgestimmt.

Allein in den kommenden 18 Monaten könnten 8000 Menschen in das Viertel ziehen, wie David Roitman, Vorsitzender der Standortinitiative Neues Niederrad, sagte. Und ein Ende der Entwicklung ist nicht in Sicht.

An sehr vielen Stellen in der lange von Leerstand geprägten früheren Bürostadt wird inzwischen gebaut, neue Projekte sind auf dem Weg. So plant, wie am Montag bekannt wurde, die Wohnungsgesellschaft GWH, ein 19-geschossiges Bürohochhaus, Lyoner Straße 38, bis 2019 zu entkernen und in einen Wohnturm umzubauen. 150 Mietwohnungen sollen so entstehen. Auf einem Nachbargrundstück will das zur Helaba zählende Unternehmen zudem etwa 150 Eigentumswohnungen errichten.

200 neue Wohnungen

Die Nassauische Heimstätte will auf den mit einem früheren Rechenzentrum und einem Bürohochhaus bebauten Grundstücken Hahnstraße 46 bis 48 von 2019 an etwa 200 Wohnungen bauen. Davon entstünden 30 bis 40 Prozent im geförderten Bereich, hieß es. An der Ecke Lyoner Straße/Rhonestraße hat der schwedische Projektentwickler Catella mit dem Abriss des früheren Postgewerkschaftshauses begonnen. Bis Anfang 2019 sollen dort 123 Mietwohnungen entstehen, Zwei-, Zweieinhalb- und Drei-Zimmer-Wohnungen, keine Mikroapartments, wie Catella-Geschäftsführer Klaus Franken am Montag betonte. Geförderter Wohnraum entsteht nicht. Franken versprach allerdings bezahlbaren Wohnraum.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten 108 von 336 Mietwohnungen fertig werden, die die Bien-Ries AG im Projekt „Pianocourts“ an der Ecke Hahnstraße/Goldsteinstraße für die Münchener GBW-Gruppe hochzieht. Nicht weit davon entfernt baut Max Baum Immobilien an der Hahnstraße 37 bis 41 für die städtische ABG Frankfurt Holding zwei Wohn- und Geschäftshäuser. 63 Wohnungen werden verkauft, 102 vermietet. Ein Edeka, ein dm-Markt und ein Aldi sollen im Erdgeschoss Platz finden.

700 Miet- und Eigentumswohnungen will der Projektentwickler 6B47 auf einem bisher unbebauten Areal an der Lyoner Straße 52 am Rande des Stadtwalds errichten.

Von dieser Entwicklung hin zu einem gemischten Quartier profitiere auch der Bürostandort, sagte Roitman. Der Leerstand sei stark gesunken, liege nur noch um die fünf Prozent. Das habe mit dem Abriss ungenutzter Büroflächen zu tun, aber auch dem Zuzug neuer Mieter wie dem spanischen Pharmaunternehmen Grifols.

Feldmann erinnerte an die Skepsis, mit der auch die Immobilienbranche die Pläne zur Umwandlung der Bürostadt in ein gemischtes Quartier betrachtet habe. Inzwischen gelte es nicht mehr als etwas Besonderes, Bürogebäude abzureißen, um Wohnungen zu schaffen.

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