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„Berghöfe“ am Riedberg Nachbarn stoppen Wohnquartier

Die Pläne für die geplanten „Berghöfe“ am Riedberg liegen nach dem Widerspruch verärgerter Nachbarn auf Eis.

Gestopptes Bauvorhaben
Links das Baugrundstück, um das gekämpft wird. Ein Werbecontainer ist wieder verhüllt worden. Foto: Christoph Boeckheler

Verärgerte Nachbarn haben durch ihren Widerspruch den Bau eines großen Wohnquartiers in Frankfurt vorerst gestoppt. Die Pläne für die sogenannten „Berghöfe“, die an der Konrad-Zuse-Straße am Riedberg entstehen sollen, liegen auf Eis. Das hat die Leiterin der Frankfurter Bauaufsichtsbehörde, Simone Zapke, am Freitag im Gespräch mit der FR bestätigt. 

Das große Projekt der Gesellschaft Deutsche Wohnwerte aus Heidelberg umfasst acht sogenannte „Hofensembles“ mit insgesamt 332 Miet- und Eigentumswohnungen. Die Bauaufsicht hatte für das Millionenvorhaben einen sogenannten Bauvorbescheid erteilt. Der wurde von Bürgern, die auf Nachbargrundstücken wohnen, mit einem Widerspruch angefochten. 

Im Römer gibt man sich äußerst zugeknöpft, was die Auseinandersetzung angeht. „Zu Details von Nachbarschaftswidersprüchen äußern wir uns grundsätzlich nicht“, teilte Mark Gellert, der Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), mit. Josefs Vorgänger, der damalige Planungsdezernent und Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne), hatte sich im Dezember 2014 noch begeistert über das Bauvorhaben geäußert. 

Ringen um 332 Wohnungen 

Nach der Entscheidung in einem Architektenwettbewerb sagte Cunitz damals: „Ich freue mich, dass auf dieser letzten großen Teilfläche in exponierter Lage mit Blick auf die Skyline ein überzeugender städtebaulicher Entwurf eines Frankfurter Architekturbüros realisiert wird.“ 

Gewonnen hatten die Rotterdamer Architekten KCAP gemeinsam mit dem Frankfurter Büro B&V Braun Canton Volleth. Auf „diesem Filetstück“ könne ein Gebäudeensemble entstehen, das die ganze Stadt bereichere, urteilte der Bürgermeister seinerzeit. 

Tatsächlich sind es aber wohl die Dimensionen des Wohnprojektes auf insgesamt 4,3 Hektar, die seine Nachbarn auf den Plan riefen. Die 332 Wohnungen sind nach den Plänen in abgestuften Gebäuden mit Verbindungsstücken untergebracht.

Die Häuser sollen bis zu vier Geschosse aufweisen. Für die Fassaden sind Backsteine in unterschiedlichen Farben vorgesehen. Sie sollen sich an den benachbarten Universitätsgebäuden orientieren. Nur 107 der 332 Wohnungen sollen Mietunterkünfte sein, beim überwiegenden Teil wird es sich um teures Wohneigentum handeln. 

Jetzt muss verhandelt werden. Simone Zapke, die Leiterin der Bauaufsicht, die in die Verhandlungen involviert ist, sagte der FR, die Architekten müssten jetzt umplanen. „Wir sind auf einem guten Weg“, ergänzte die Beamtin. Mehr dürfe sie schon aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht sagen. 

Das Filetgrundstück des Riedbergs war sehr umkämpft. Insgesamt 19 Investoren hatten bei der Stadt in einem anonymen Bieterverfahren ein Angebot zum Erwerb des Areals abgegeben. Im Nord- und im Südosten grenzen die Grünanlagen „Topographischer Weg“ und „Bonifatiuspark“ an das große Baugrundstück. Vom Hang aus werden die künftigen Bewohner einen wunderbaren Blick auf die Frankfurter Skyline haben. 

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