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Architektur Gewitzte Formfindungen

Fünf Finalisten konkurrieren um den Internationalen Hochhauspreis, der mit 50.000 Euro dotiert ist.

Oasia Hotel
Das Oasia Hotel Downtown in Singapur. Foto: K. Kopter

Außerhalb Europas will man nicht nur höher hinaus, in Peking oder Mexiko-City, in Bangkok oder Singapur ist man offenbar auch weiter im Turmbau. Wie ja auch in Beirut augenscheinlich. So jedenfalls der Eindruck, der sich durch die Finalisten des Internationalen Hochhauspreises aufdrängt, die gestern im Deutschen Architekturmuseum (DAM) präsentiert wurden, dem Haus gegenüber der Frankfurter Skyline.

Die Auszeichnung, die mit 50 000 Euro dotiert ist und vom DAM, der Stadt Frankfurt und der Deka-Bank vergeben wird, gilt weltweit als einer der wichtigsten Architekturpreise für Hochhäuser. Aus 36 Turmbauten in 15 Ländern wurden fünf Projekte ausgewählt: der „MahaNakhon“ in Bangkok (Ole Scheeren); die „Beirut Terraces“ ( Herzog & de Meuron); der „Torre Reforma“ in Mexiko-City (L. Benjamin Romano); die „Chaoyang Park Plaza“ in Peking (MAD Architekts) und das „Oasia Hotel Downtown“ (WOHA) in Singapur.

Eine international besetzte Jury beurteilte – neben dem Kriterium, dass das Gebäude mindestens 100 Meter hoch sein muss – die städtebauliche Einbindung, deren Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Zugleich spielten zukunftsweisende Gestaltung und innovative Bautechnik eine Rolle. Die Architektin Ulrike Lauber unterstrich als Jurymitglied, dass es bei den Finalisten keinesfalls ausschließlich um überzeugende Formfindungen und spektakuläre Fassaden gegangen sei. Neben der Würdigung gewitzter Formfindungen habe man auf plausible Nutzungen Wert gelegt.

Der Internationale Hochhauspreis wird seit 2004 alle zwei Jahre verliehen. Nachdem in den ersten Jahren Türme mit monofunktionaler Nutzung, vor allem Bürotürme, gekürt wurden, setzte sich auch in diesem Jahr der Trend zur Auszeichnung von hybriden Hochhäusern fort – mit einer gemischten Nutzung aus Büro und Wohnen, Hotel, Geschäften und Unterhaltung. Der Sieger wird am 1. November in der Frankfurter Paulskirche gekürt.

Kulturdezernentin Ina Hartwig äußerte angesichts des „großen Architekturerbes“ in Frankfurt den Wunsch, dass auch in der bedeutendsten Hochhausstadt Deutschlands ähnlich „wilde Mischungen“ wie in den USA oder Asien selbstverständlich würden, vor allem aber solche Türme, die dem sozialen Leitmotiv „Wohnen für alle“ Genüge täten.

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