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Altstadt Frankfurt Zwei Millionen Besucher im Jahr

Die Fachleute planen die festliche Eröffnung der Frankfurter Altstadt im Herbst 2018. Schon ein Jahr zuvor sollen die Bauzäune fallen.

Blick auf die Baustelle: Die Häuser der Altstadt gehen ihrer Vollendung entgegen. Foto: christoph boeckheler*

Als Passant hat man sich schon lange gewöhnt an das Wuseln der Bauarbeiter, das Dröhnen der Hämmer und Kreischen der Sägen zwischen Dom und Römer. Die neue Altstadt geht ihrer Vollendung entgegen. Und die Kommunalpolitiker beschäftigen sich derzeit intensiv mit der Eröffnung und der weltweiten Vermarktung des Quartiers.

Natürlich darf Thomas Feda, der Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress (TCF) GmbH, nicht aus der jüngsten vertraulichen Sitzung des Aufsichtsrates berichten. Nur soviel: „Die Eröffnung wird ein richtiges Spektakel, eine große Feierlichkeit.“ Ende September/Anfang Oktober 2018 ist sie geplant. Das Prestigeprojekt Altstadt soll nicht in die Kampagne zur OB-Wahl im Frühjahr 2018 hineingezogen werden.

Für die Eröffnung will Feda „bundesweite Aufmerksamkeit“. Er kämpft derzeit bei der neuen Regierungskoalition von CDU, SPD und Grünen um einen angemessenen Etat. Eine siebenstellige Summe ist in den Augen des Tourismus-Managers mindestens fällig. Schon im Herbst 2017 aber werden die Zäune fallen, die das Baugeschehen gegenwärtig noch abschirmen. Dann können die Frankfurterinnen und Frankfurter, vor allem aber die Besucher aus aller Welt schon frei durch die kleinen Gassen zwischen den 35 Altstadthäusern flanieren. Längst plant die Tourismus GmbH intensiv die weltweite Werbekampagne, um Gäste für die Altstadt zu interessieren.

Drei Zielmärkte sieht Manager Feda: „Der asiatische Markt, also Japan, China und Indien, außerdem die USA und natürlich Deutschland.“ Die Modellrechnungen der TCF gehen von insgesamt zwei Millionen Besuchern im Jahr in der Altstadt aus. „Alle Stadtführungen beziehen künftig auch die Altstadt ein“, sagt der TCF-Chef. Kombinierte Touren mit den Altstädten von Heidelberg und Rotenburg ob der Tauber sind geplant. Beide Städte sind gerade bei den Gästen aus Japan und China sehr beliebt.

Allerdings schwächelt der Besuch aus Japan gerade. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl japanischer Besucher in Frankfurt zwischen Januar und Mai 2016 um 15,2 Prozent zurückgegangen. Die Terroranschläge in Europa seit 2015 schrecken nach Einschätzung der TCF viele Japaner ab.

Chinesen und Taiwanesen zeigen sich hingegen unbeeindruckt von der Sicherheitslage in Europa und Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Besuch aus der Volksrepublik China um 18,6 Prozent, aus Taiwan um 16,7 Prozent. Auch die US-Bürger lassen sich durch den Terror nicht abschrecken.

Mit einer Zuwachsrate von 11,2 Prozent bleiben die USA der wichtigste touristische Markt für Frankfurt. Dagegen hält der Rückgang von Besuchern aus der Russischen Förderation mit einem Minus von 8,5 Prozent an.

Um die Millionen von Besuchern aus aller Welt zu empfangen, wird gegenwärtig auch das gastronomische Angebot in der Altstadt ausgebaut. Im Erdgeschoss des Hauses Römerberg 32 musste die städtische Bürgerberatung jetzt nach 44 Jahren ausziehen, weil die Kommune sich die verdreifachte Miete nicht mehr leisten wollte. Im November wird dort, praktisch am Eingang der neuen Altstadt, ein großes Café eröffnet.

Insgesamt vergibt die Dom Römer GmbH in den 35 Altstadthäusern rund 30 Flächen für Gastronomie, Gewerbe und Handel. Bis Januar 2017 will Geschäftsführer Michael Guntersdorf die Mietverträge unterschreiben. „Dann ist alles unter Dach und Fach.“ Was erwartet die Gäste in den schmalen Altstadtgassen? Neben Cafés und Restaurants soll in einem Geschäft hochwertiger Schmuck verkauft werden. Ein Buchhändler will antiquarische Ware feilbieten, eine Ledermanufaktur Taschen und kleine Koffer. Kleinmöbel sind im Angebot und Mode auch.

Und die evangelische St. Paulsgemeinde, für die Christen in der Altstadt zuständig, kehrt dorthin zurück. Die Verwaltung zieht ins Haus „Klein-Nürnberg“ ein, Hinter dem Lämmchen 8.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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