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Altstadt Frankfurt Stoltze-Brunnen kehrt zurück

In zwei Jahren soll er auf die Reise gehen quer durch die City: Der historische Stoltze-Brunnen, vom Bildhauer Fritz Klimsch gefertigt, kehrt wieder in die Frankfurter Altstadt zurück. Die Denkmalschützer sind darüber nicht glücklich.

Der Stoltzebrunnen soll weg vom Stoltzeplatz. Foto: Andreas Arnold

Auf dem damaligen Hühnermarkt in der Altstadt von Frankfurt stand das Denkmal des Frankfurter Mundartdichters Friedrich Stoltze (1816–1891) seit 1892. Nach den Zerstörungen durch die Bombenangriffe 1944 wurde es von dort entfernt. Im Jahre 1981 war der Brunnen mit der Büste des Poeten dann auf dem Stoltze-Platz hinter der Katharinenkirche aufgebaut worden.

Doch die städtischen Denkmalschützer, die Fachleute für die Baugeschichte Frankfurts, sind überhaupt nicht glücklich über den für das Jahr 2017 geplanten Umzug. „Wir sind eigentlich gegen die Verlegung des Brunnens“, sagt die Leiterin des städtischen Denkmalamtes, Andrea Hampel.

Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) hatte sich noch im September 2014 gefreut, „dass wir das Stoltze-Denkmal wieder an seinen ursprünglichen Ort auf den Hühnermarkt zurückbringen können.“ Damit gewinne die neue Altstadt „ein weiteres Stück Authentizität“.

Tatsächlich aber, so wendet die Denkmalpflegerin Hampel ein, ist der geplante Ort in der neuen Altstadt „gar nicht der originale Standort“. Mit der Authentizität ist es also nicht weit her. Rein denkmalpflegerisch sei der Umzug überhaupt nicht zu rechtfertigen, sagt Hampel offen. Im Übrigen, argumentiert die Amtsleiterin, habe sich seit 1981 auf dem Stoltzeplatz hinter der Katharinenkirche „eine eigene historische Situation entwickelt.“ Die Denkmalpfleger ließen sich am Ende aber trotz ihrer Bedenken breitschlagen – mit Blick auf die politische Bedeutung des Altstadt-Projekts.

„Wir hatten ein bisschen Stress mit dem Denkmalschutz“, sagt Patrik Brummermann, Projektmanager der Dom-Römer-GmbH. Aber jetzt sei doch ein Kompromiss gefunden. Der sehe so aus: Der Stoltze-Brunnen komme in die neue Altstadt. Dafür werde auf dem Stoltzeplatz hinter der Katharinenkirche „ein anderer historischer Brunnen aufgebaut“.

Aber welche anderen historischen Brunnen hat Frankfurt eigentlich noch so in Reserve? Andrea Hampel, die Leiterin des Denkmalamtes, hat jedenfalls „keine Ahnung, was da infrage kommt“. Und was da vielleicht noch in Teilen auf irgendwelchen städtischen Bauhöfen eingelagert ist. Man werde das prüfen müssen.

Erst einmal kostet der Umzug des historischen Stoltze-Brunnens in die Altstadt. „Das ist nicht gerade preiswert“, so Hampel. Auf rund 110 000 Euro hat Bürgermeister Cunitz die Kosten für Verlegung und Inbetriebnahme geschätzt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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