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AfE-Turm Sprengung des AfE-Turms genehmigt

Am Sonntag, 2. Februar, wird der AfE-Turm in Bockenheim tatsächlich fallen. Die Behörden haben die Sprengung des ehemaligen Universitäts-Hochhauses genehmigt. Der Eigentümer des AfE-Turmes, die städtische ABG-Holdíng, rechnet mit Tausenden Schaulustigen.

24.01.2014 14:07
Am Sonntag, 2. Februar, wird der AfE-Turm in Bockenheim gesprengt. Foto: dpa

Die städtischen Behörden genehmigen die geplante Sprengung des AfE-Turms im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Das teilte der Eigentümer des 116 Meter hohen ehemaligen Universitäts-Hochhauses, die städtische ABG Holding, am Freitag in Frankfurt mit. Der AfE-Turm soll am 2. Februar um 10 Uhr nach der Zündung von 950 Kilogramm Sprengstoff innerhalb weniger Sekunden in sich zusammensacken.

Mit dem ersten Knall sollen die Sprengladungen im ersten und zweiten Untergeschoss, im Erdgeschoss sowie im fünften und 21. Obergeschoss des Turms detonieren und die Stützen des Gebäudes vertikal zu Fall bringen - einen "Skelettkollaps" nennen das die Fachleute. Dreieinhalb Sekunden später zündet Reisch die Sprengpatronen im fünften und im 15. Obergeschoss - sie bringen, wenn alles klappt, den Kern des Turms zum Einsturz. Der AfE-Turm wird sich in zwei Richtungen zusammenfalten: Der größere obere Teil mit insgesamt 65 Metern Höhe fällt nach Süden in Richtung Marriott-Hotel, der untere Teil kippt zugleich nach Norden in Richtung Senckenbergmuseum. Eine "Kernfaltung" sei das, sagt Sprengmeister Eduard Reisch.


Die ABG rechnet am 2. Februar mit Tausenden Schaulustigen und empfiehlt ihnen, sich frühzeitig auf den Weg zu machen. Allerdings dürfen sie höchstens bis 250 Meter an den grauen Beton-Klotz aus den 1970er Jahren heran. Der Hessische Rundfunk (hr) überträgt die Sprengung live. Die Sendung beginnt am Sonntag um 9.45 Uhr.

Erschütterungen kaum zu spüren

Anwohner und Zuschauer werden von den Erschütterungen kaum etwas spüren, verspricht Eduard Reisch. "Man macht sich da oft falsche Vorstellungen", sagt der Sprengmeister mit Blick auf Bilder von Bombenexplosionen. Anders als bei Anschlägen sei der Sprengstoff hier auf viele kleine Portionen verteilt. Die stärkste Wucht haben die Sprengpatronen im Keller: 1,2 Kilogramm Sprengstoff pro Kubikmeter Stahlbeton werden unterirdisch detonieren, weiter oben am Turm sind es 400 Gramm. Reischs Ehrgeiz: In den Laboren der benachbarten Uni-Institute soll nicht ein einziges Reagenzglas zu Bruch gehen.

Trotzdem nutzt Reisch die Gelegenheit, um eine dringende Empfehlung an die Anwohner innerhalb der 250-Meter-Zone zu bekräftigen: Keinesfalls sollten sie sich auf Balkonen oder Dächern aufzuhalten, sondern unbedingt rückwärtige Räume aufsuchen. Nach der Sprengung prüfen die Sprengexperten das Areal inklusive der unterbrochenen U-Bahn-Strecke der Linie U4, suchen das Baufeld nach Blindgängern ab. Erst wenn sie sicher sind, dass keine Gefahr mehr droht, werden drei kurze Töne Entwarnung signalisieren. Dann können auch Anwohner in ihre Häuser in der inneren Sperrzone (135 Meter rund um den AfE-Turm) zurück.

Am 27. Januar, so der Plan, beginnen die Arbeiter damit, die insgesamt 950 Kilogramm Sprengstoff in knapp 1400 Bohrlöchern unterzubringen. Was sie tagsüber nicht verarbeiten, wird über Nacht in ein 30 Kilometer entferntes Sprengstofflager gebracht und am nächsten Tag wieder zur Baustelle gefahren. Bis zum 30. Januar soll alles für die Sprengung vorbereitet sein. Ein bewaffneter Wachdienst hält ein Auge darauf, dass das brisante Material an Ort und Stelle bleibt. (FR mit dpa)

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