Lade Inhalte...

ABG in Frankfurt Mieten werden höher als behauptet

Die frei finanzierten ABG-Wohnungen in der Platensiedlung in Frankfurt sollen nun 10,50 Euro pro Quadratmeter kosten.

Platensiedlung
Etwa 650 neue Wohnungen will die ABG in der Platensiedlung in Ginnheim bauen. Die Mieten werden höher als versprochen. Foto: Rolf Oeser

Die frei finanzierten Wohnungen, die die städtische Wohnungsgesellschaft ABG vom  Frühjahr an per Nachverdichtung in der Ginnheimer Platensiedlung schaffen will, werden teurer vermietet als angekündigt. Mehrfach hatte ABG-Chef Frank Junker versprochen, dass diese für eine Miete von zehn Euro pro Quadratmeter zu haben sind. Nun spricht er auf Anfrage der FR von 10,50 Euro.

Dass die frei finanzierten Wohnungen teurer werden, hat ausgerechnet mit der Novellierung des zweiten Förderwegs, dem sogenannten Mittelstandsprogramm zu tun. Seit September können Haushalte, deren Einkommen höchstens 40, 55 oder 70 Prozent über denen liegen, die für den Bezug einer Sozialwohnung berechtigen, stadtweit geförderte Wohnungen zu festen Mietsätzen von 8,50, 9,50 und 10,50 Euro beziehen. Vorher hatte sich die Höhe der Mieten in den geförderten Wohnungen an der Höhe der jeweiligen Vergleichsmiete im Areal orientiert.

Die ABG könne die frei finanzierten Wohnungen nicht günstiger als die geförderten anbieten, sagt Junker nun. Vor der Umstellung des Mittelstandsprogramms sei er von einer Fördermiete von 9,50 Euro pro Quadratmeter ausgegangen. Dann wäre es nach seinen Worten bei den versprochenen zehn Euro geblieben. Auch wenn die ABG nun 50 Cent mehr verlange, mache sie damit keinen riesigen Profit, sagt Junker. Schließlich seien die Baukosten zuletzt stark gestiegen. Für zehn Euro zu bauen, werde nicht mehr möglich sein.

Von den etwa 650 Wohnungen, die die ABG bis Herbst 2019 im Viertel errichten will, soll die Hälfte gefördert sein. Bei dieser Hälfte handelt es sich laut Junker zu zwei Dritteln um Mittelstandswohnungen, zu einem Drittel um Sozialwohnungen.

Die Linke ist wütend

Die Linke im Römer, die mit einer Frage im Stadtparlament auf die Auswirkungen des neuen Mittelstandsprogramms in der Siedlung hinwies, reagiert wütend. „Es darf nicht sein, dass die Mieten so teuer werden“, sagt ihr wohnungspolitischer Sprecher Eyup Yilmaz. Die ABG habe sich verpflichtet, die Wohnungen für nicht mehr als zehn Euro pro Quadratmeter zu vermieten. „Dieses Versprechen bricht sie jetzt.“

Scharf kritisiert die Linke auch die Stadt. Die Entwicklung in der Platensiedlung zeige, dass die „Festschreibung der Mietstufen im Mittelstandsprogramm zu Mieterhöhungen im frei finanzierten Bereich führt“. Durch die Änderung würden die Mieten „quasi per Gesetz erhöht“, ärgert sich Yilmaz.

Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) verteidigt das neue Mittelstandsprogramm. Die vorherige Orientierung am Mietspiegel habe in teuren Stadtteilen zu noch höheren Fördermieten geführt. Dass es nun drei Sätze gibt, die stadtweit gelten, sei ein Vorteil. Die Situation in der Platensiedlung sei eine Ausnahme. Denn auch der ABG gelinge es nur in Sonderfällen, für zehn Euro pro Quadratmeter zu bauen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen