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Wohnen in Frankfurt Der Pfingstberg bleibt ein Thema

Der neue Planungsdezernent Josef und seine Fachleute werden jetzt alle Bebauungspläne noch einmal eingehend überprüfen, um Wohnraum in Frankfurt zu schaffen. Der Pfingstberg bleibt ein Thema.

Die SPD im Römer unterstützt den Vorschlag von Oberbürgermeister Feldmann den Pfingstberg zu bebauen. Foto: peter-juelich.com

Das Wachstum der Stadt Frankfurt ist rasant. Bis zum Jahr 2030 kann die Einwohnerzahl von heute 730 000 Menschen um bis zu 100 000 ansteigen. Diese seriöse Prognose ist die Richtschnur, an der sich die Wohnungspolitik der nächsten Jahre orientiert. 50 000 neue Wohnungen müssen her, so schnell wie möglich.

Zugleich aber rückt der Termin der OB-Wahl im Frühjahr 2018 näher. Bürgermeister Uwe Becker (CDU) möchte den Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) herausfordern. Und prompt profiliert sich Becker mit einem eigenen Vorschlag für einen neuen Stadtteil auf der grünen Wiese – nämlich zwischen Bergen-Enkheim und Niederdorfelden.

Das ist um so bemerkenswerter, als Becker bisher stets gegen solche „Satellitenstädte“ polemisiert hatte. Die von der SPD und OB Feldmann vehement geforderte Bebauung des Pfingstbergs zwischen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach lehnt er bis heute ab, wegen des Verzehrs von Ackerland und der mangelnden Verkehrsanbindung.

Freilich: Die Äcker zwischen Bergen-Enkheim und Niederdorfelden sind von höherer Qualität als die des Pfingstberges. Und es gibt einen zweiten großen Haken: Die Flächen zwischen Niederdorfelden und Bergen-Enkheim sind wegen der hohen Belastung durch Flugverkehr Siedlungsbeschränkungsgebiet. Das heißt: Dort dürfen gar keine Wohnungen gebaut werden.

Ein großes Hindernis

Der politische Wettstreit zwischen Becker und Feldmann ist eher hinderlich für die große Aufgabe, die in den nächsten Jahren in Frankfurt gelöst werden muss. Die neuen Wohngebiete sind unbedingt nötig. Und natürlich wird es dabei um die Bebauung von Äckern gehen.

In der Verantwortung des früheren Bürgermeisters und Planungsdezernenten Olaf Cunitz (Grüne) hatten die städtischen Planer mit der Erarbeitung eines ökologischen Stadtentwicklungskonzepts begonnen. Der neue Planungsdezernent Mike Josef (SPD) lässt diese Arbeit jetzt fortsetzen. Im Jahr 2018 will der Sozialdemokrat das fertige Konzept präsentieren.

Wo soll die Stadt wachsen und wie? Wie können dennoch ökologische Standards wie Frischluftschneisen bewahrt und der Grüngürtel rund um die Stadt verteidigt werden? Diese Fragen müssen die städtischen Planer beantworten. Fünfzehn neue Bebauungspläne für 6000 Wohnungen, in denen 15 000 Menschen leben können, hatte Cunitz Anfang 2013 auf den Weg gebracht. Aufstellungsbeschlüsse für vierzehn Bebauungspläne sind gefasst, das geplante Wohngebiet An der Wolfsweide in Preungesheim wurde nach vehementen Bürgerprotesten fallengelassen.

Der neue Planungsdezernent Josef und seine Fachleute werden jetzt alle Bebauungspläne noch einmal eingehend überprüfen. Es gilt, Prioritäten zu bilden. Einige Gebiete lassen sich rasch bebauen. Zu ihnen zählt das Avaya-Gelände im Gallus zwischen Kleyer- und Ackermannstraße mit 1500 Wohnungen. Oder das Hilgenfeld am Frankfurter Berg – auch das sind Äcker, auf denen 850 Wohnungen entstehen könnten. Andere Wohnquartiere werden länger brauchen. Etwa die 2000 Wohnungen, die nördlich und südlich der historischen Ferdinand-Hofmann-Siedlung in Sindlingen konzipiert sind. Hier ist die Nähe zum Industriepark Höchst ein großes Hindernis. Planungsdezernent Josef muss klären, wie nahe das Wohnen der Chemie kommen darf.

Und natürlich steht der Pfingstberg zwischen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach nach wie vor auf der Agenda des Planungsdezernenten. Auch wenn der Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und Grünen das Wort nicht erwähnt.

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