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Wohltätigkeitsbasar Verkaufen macht Spaß

Mit Schnäppchen Gutes tun, das geht beim Basar des Kinderschutzbundes im Hilton-Hotel.

Hilton Basar
Mit Schnäppchen Gutes tun, das geht beim Basar. Foto: Monika Müller

Das Problem ist die Größe. Die Deutschen, sagt Hedat Tekie, seien wohl alle Schränke – eine Sichtweise, über die sie selbst lachen muss. Tekie ist eine zierliche Frau, Konfektionsgröße 34. Zwischen all den vermeintlichen Übergrößen begibt sie sich dennoch auf die Suche nach einem Rock, immerhin sei sie in den letzten Jahren auf dem Hiltonbasar ja auch fündig geworden.

Seit 17 Jahren schon richtet der Kinderschutzbund in Frankfurt mit Unterstützung des Sozialdezernats diesen Kleidermarkt im Hilton-Hotel in der Frankfurter Innenstadt aus. Das Geld, das die Leute für die gut erhaltene Kleidung, für Schuhe, Taschen, Schmuck und Accessoires ausgeben, all das geht an den Kinderschutzbund. „Finanziert werden mit dem Erlös die Therapieplätze für gewalttraumatisierte Kinder“, sagt Stefan Schäfer, Geschäftsführer des Frankfurter Kinderschutzbundes.

400 Kisten mit Kleidung sind im Vorfeld der Veranstaltung zusammengetragen worden. „Vieles kommt von Mitarbeitern von Unternehmen“, sagt Schäfer. Angeboten werden manche der Stücke für 50 Cent, andere für über 100 Euro. Es gibt einen extra Stand mit Designer-Kleidung.

Rund 100 ehrenamtliche  Helfer

„44 Schuhpaare habe ich heute schon verkauft“, erzählt Michael Hegenauer, ein älterer Herr in feinem Sakko mitsamt Einstecktuch, einer von rund 100 ehrenamtlichen Helfern. Zum ersten Mal sei er bei dem Basar. Dazu verleitet hätten ihn die Damen, als er Kleidung von sich in der Sammelstelle abgegeben hat. „Es ist ein guter Zweck hier, und außerdem macht mir das Verkaufen Spaß“, sagt Hegenauer.

In den Konferenzräumen des Hotels türmen sich die Klamotten – und dazwischen die Menschen. Manche tragen tütenweise Schnäppchen aus dem Gebäude, andere haben ein ganz besonderes Schmuckstück ausgemacht. Vom samstäglichen Einkaufsvergnügen unterscheidet sich der Basar kaum. Frauen sind in der deutlichen Überzahl, und von den wenigen Männern, die da sind, folgen die meisten den Frauen.

Schäfer freut so viel Resonanz. Denn das Geld ist wichtig: Im letzten Jahr befanden sich 26 Mädchen und Jungen in Einzeltherapie, 264 Familien haben anderweitig Betreuungsangebote der Einrichtung in Anspruch genommen. Die Zahl derer, die eigentlich Unterstützung bräuchten, schätzt Schäfer hoch. Dennoch, das Thema werde schon viel stärker wahrgenommen als früher.

Das zeigen auch die immer weiter steigenden Umsätze: „Im letzten Jahr waren wir bei 38 000 Euro“, sagt Schäfer. Das entspreche auch beinahe dem Gewinn, der eins zu eins der Beratungsstelle zugutekomme. In diesem Jahr sind es nach ersten Schätzungen rund 44 000 Euro, die eingenommen wurden.

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