Lade Inhalte...

WLAN an Schulen in Frankfurt Raus aus der Kreidezeit

Frankfurt startet im nächsten Jahr ein Pilotprojekt: 14 Schulen werden WLAN erhalten und sollen dann Tablets und Laptops im Unterricht einsetzen.

Nachhilfe aus dem Tablet
Übungshilfe in Mathe, Messgerät in den Naturwissenschaften ? der Einsatz von Tablets wird ab nächstem Jahr in ausgewählten Schulen in Frankfurt getestet. Foto: Anke Bingel (epd)

Smartphones und Tablets sind aus dem Alltag vieler Kinder und Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. In der Schule müssen die mobilen Geräte aber in der Regel in der Tasche bleiben. Doch künftig könnte es an der ein oder anderen Schule nicht mehr wie üblich heißen: Handys weg. Sondern im Gegenteil: Handys raus. Denn die Stadt Frankfurt wird Anfang nächsten Jahres 14 Schulen mit WLAN ausstatten. Mobile Endgeräte sollen dann im Unterricht eingesetzt werden.

Ein WLAN-Netz ist so etwas wie die Grundbedingung dafür, dass Frankfurts Schulen im digitalen Zeitalter ankommen. Im Schulentwicklungsplan von 2015 ist der Ausbau von drahtlosen Netzwerken auch bereits festgeschrieben worden. „Noch ist aber keine Frankfurter Schule mit WLAN ausgestattet“, sagt Clemens Bohrer, Referent von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Das soll sich nun ändern und die digitale Wende mit einem Pilotprojekt eingeläutet werden. In den nächsten drei Jahren sollen zwei Millionen Euro an Schulen in die Digitalisierung investiert werden. Ziel des Projekts: die Möglichkeiten des drahtlosen Internets im Unterricht nutzen, „gleichzeitig ist wichtig“, sagt Dezernentin Weber, „Kindern und Jugendlichen einen angemessenen Umgang mit digitalen Medien nahezubringen“.

Die Stadt hat zunächst Schulen ausgesucht, die sich für das Projekt eignen. Erste Bedingung: Die Schule musste über Glasfaserleitungen verfügen. „Eine dicke Leitung muss sein, sonst ist sie mit WLAN schnell überlastet“, sagt Bohrer. Allerdings seien die meisten Schulen Frankfurts inzwischen mit Glasfaserleitungen ausgestattet. Zweite Bedingung: Die Schule durfte nicht kürzlich erst neue Computer erhalten haben, sondern muss 2018 ohnehin mit einer IT-Neuausstattung an der Reihe sein. Drittens: Jede Schulform sollte im Projekt vertreten sein. „Medienbildung ist in allen Schulformen wichtig“, sagt Weber.

Übrig blieben am Ende 24 Schulen, die infrage kamen. Sie sollten ein Medienkonzept einreichen und darin darlegen, wie die Schulen das WLAN zur Entwicklung der Medienkompetenz einsetzen wollen. Wichtig auch: Wie sind die Kollegen für die Arbeit mit neuen Medien geschult, wie sollen sie fortgebildet werden? Denn: Die Lehrer müssen fit sein, um mit digitalen Produkten zu arbeiten, um die technischen Potenziale zu nutzen. Schließlich sollen sie die neuen Geräte bewusst einsetzen. „Wenn eine Schule schon jetzt viele Lehrer mit Erfahrung hat“, sagt Bohrer, „dann spricht das dafür, dass das WLAN auch gut genutzt werden wird.“

Gemeinsam mit Medienexperten der Goethe-Uni sind die Konzepte begutachtet worden; 14 Schulen wurden schließlich von Dezernat, Kultusministerium, Ämtern und etwa der Lehrkräfteakademie für die Teilnahme am WLAN-Projekt ausgewählt. Es sind Berufsschulen und Gymnasien genauso dabei wie Förderschulen, Grundschulen, Oberstufen, Gesamtschulen und eine Haupt- und Realschule.

In der Pilotphase soll WLAN dann nicht flächendeckend an der Schule verfügbar sein, sondern „es wird Lernzonen geben“, sagt Bohrer. Also bestimmte Bereiche in der Schule, in denen WLAN verfügbar ist. Ob das Fach- oder Klassenräume sein werden, wird individuell mit den Schulen entschieden. „Es wird sicher nicht das ganze Kollegium einer Schule direkt damit arbeiten“, sagt Bohrer. Je nachdem ob eher der Physik- oder der Deutschlehrer in den digitalen Unterricht einsteigen will, werden die Lernzonen an den entsprechenden Orten eingerichtet.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen