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WLAN an Schulen in Frankfurt CDU stellt neuen Antrag zu WLAN

Ein privater Anbieter soll einen drahtlosen Internetzugang an den Schulen in Frankfurt einrichten. Die SPD beklagt die Zeitverzögerung beim Thema WLAN.

Laptop
Ein Schüler an einem Laptop. Foto: Marc Tirl

Der Streit über WLAN an Schulen wird zunehmend zur Belastung für die Römer-Koalition. Eine Vorlage von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD), nach und nach alle Schulen mit drahtlosen Internetzugängen auszustatten, wurde am Freitag im Magistrat erneut vertagt. Grund ist ein neuer Vorstoß der CDU, die zwar auch für die Einrichtung von WLAN plädiert, dabei aber anders vorgehen will als Weber. Die Linke bezeichnete diese Patt-Situation als „fatal für die Bildung“.

Sylvia Weber wollte mit Beginn der Sommerferien an 14 Schulen WLAN installieren. Diesem Pilotprojekt sollten jährlich etwa 30 Einrichtungen folgen, bis in etwa sechs Jahren alle Schulen mit WLAN ausgestattet sind. Alle Schülerinnen und Schüler sollen einen Account im sogenannten Pädagogischen Netz der Stadt Frankfurt erhalten. Damit würden Jugendschutz und pädagogisches Konzept sichergestellt.

Die CDU aber will im Magistrat der Vorlage seit Monaten nicht zustimmen. Vor allem Fraktionschef Michael zu Löwenstein kritisiert die Pläne als teuer und bürokratisch. Die Schulen, „die einen tatsächlichen Bedarf haben, sollen nicht erst in zwei, vier oder sechs Jahren WLAN-Zugang erhalten“, sagte er. Zudem sei es unnötig, für alle 90 000 Schülerinnen und Schüler Accounts anzulegen. Die Inhalte des Pädagogischen Netzes könnten auch ohne WLAN auf Handys oder Tablets aufgespielt werden.

Linke sieht Blockadehaltung

Die CDU fordert nun, in einer öffentlichen Ausschreibung einen Anbieter zu finden, der WLAN an allen Schulen installiert, „die das wollen und benötigen“. Das Unternehmen müsse auch den Jugendschutz sicherstellen. Mit einem solchen Vorgehen ließen sich die Kosten deutlich reduzieren.

Die SPD sprach von einer „plötzlichen Kehrtwende der CDU“. Die Christdemokraten hätten zunächst gar keinen Bedarf für WLAN-Zugänge an Schulen gesehen, sagte der Stadtverordnete Holger Tschierschke. Nun präsentiere die Fraktion einen Vorschlag, der „das gesamte Projekt in Wirklichkeit aber um zwei Jahre zurückwerfen würde“. Offenbar traue die CDU ihrem Dezernenten Jan Schneider, der für IT-Fragen zuständig ist, die Einrichtung von WLAN an Schulen nicht zu und suche deshalb nach einem privaten Dienstleister.

Derweil spricht die Linke von einer „Blockadehaltung“ der CDU. Fraktionschef Martin Kliehm sagte: „In Marburg bekommen ganze Jahrgänge Tablets statt schwere Schulbücher. In Frankfurt bekommen sie Handyverbot.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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