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Westend Spaß am Lesen wecken

Die Lust auf Literatur wecken – das ist der Zweck, den die Holzhausenschule in der Bremer Straße mit den „Lesetagen“ verfolgt. Noch bis Mittwoch haben 540 Erst- bis Viertklässler die Gelegenheit, in die Welt der Bücher einzutauchen.

Autor Pfeiffer liest – aber nur, bis es spannend wird. Foto: Monika Müller

Justus Jonas trat schnaufend in die Pedale“, liest Boris Pfeiffer aus seinem eigenen Werk vor. Wer Justus Jonas ist, musste der Kinderbuchautor zuvor aber nicht erklären. Denn die Fälle der „Drei ??? Kids“ kennen die Grundschüler der Holzhausenschule zur Genüge. Gespannt sitzen am Montagvormittag 60 Mädchen und Jungen im Musiksaal und lauschen der Kriminalgeschichte rund um eine gestohlene Kuckucksuhr, die der Kinderdetektiv Justus Jonas mit seinen beiden Freunden klären will. „In letzter Sekunde“, heißt der Fall des Trios.

„Krimis sind etwas ganz Besonderes, da geht es immer um Gerechtigkeit. Und du kannst von der ganzen Welt erzählen“, erläutert Pfeiffer seine Leidenschaft – auf Nachfrage einer Schülerin. Wie die Detektivgeschichte um die Kuckucksuhr ausgeht, erfahren die Kinder der 2d, 3d und 4a am Montag aber nicht. „Da müsst ihr das Buch schon lesen“, sagt der Schriftsteller.

Die Lust auf Literatur wecken – das ist der Zweck, den die Holzhausenschule in der Bremer Straße mit den „Lesetagen“ verfolgt. Noch bis Mittwoch haben 540 Erst- bis Viertklässler die Gelegenheit, in die Welt der Bücher einzutauchen. Mehr als 30 Veranstaltungen stehen auf dem Programm – von einem Bücherflohmarkt über Vorleseaktionen in italienischer und griechischer Sprache bis hin zu einer Bibliotheksrallye.

Das Angebot stößt bei den Grundschülern auf Gegenliebe: „Die Kinder freuen sich schon das ganze Jahr darauf“, sagt Schulleiterin Josefa Maria Hybner-Kauß. Die Schmökertage verlockten die Schüler regelrecht zum Lesen. Die Kinder sagten etwa: „Ich möchte lesen, lesen, lesen.“

Seit sieben Jahren bietet die Holzhausenschule die Lesetage an. 2010 erhielt sie dafür den Hessischen Leseförderpreis. Entstanden ist das Projekt aus einer Elterninitiative heraus. 19 Mütter, die jeden Mittwoch und Freitag die schuleigene Bücherei betreiben, organisieren die dreitägige Veranstaltung. „Das ist wahnsinnig viel Arbeit“, sagt Barbara von Jost.

Jedes Jahr mit von der Partie sind Kinderbuchautoren, die den Schülern den Spaß am Schmökern vermitteln sollen. Dagmar Chidolue etwa liest aus ihrer „Millie“-Reihe vor. Millie, das ist ein neugieriges Mädchen, das gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester die Welt bereist.

„Das Vorlesen ist die beste Methode, um Kinder ans Lesen heranzuführen“, sagt Mutter und Mitorganisatorin Kathrin Freihube. Ins gleiche Horn stößt Boris Pfeiffer: „Wenn man Kindern vorliest, wird man immer mit Liebe empfangen“, sagt der Schriftsteller. Aber das Wichtigste ist: „Später greifen sie dann auch gerne selbst zum Buch.“

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