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Westend „Nix Schicki-Micki“

Das insolvente Café Laumer, einer der wenigen noch existenten Traditionsorte des alten Frankfurt, soll mit neuem Pächter zum „Grand Café“ werden.

Mit Lift und neuem Sommergarten wird modernisiert. Foto: FR/Ungarisch

Im Café Laumer an der Bockenheimer Landstraße verkauft seit Monaten der Insolvenzverwalter die bekannt guten Torten. Jetzt aber, meldet der Magistrat, sind für den Laden neue Betreiber gefunden; ein Trio aus „einem Cafétier und zwei Betriebswirten“, wie man hört. Am Freitag solle das Konzept fürs neue Laumer vorgestellt werden.

Die Stadt als Hauseigentümerin kündigt die Sanierung und den Umbau des Gebäudes an. Das Ziel: Einrichtung eines „Grand Cafés“, wie der Magistrat mitteilt. Man werde „hohe sechsstellige Beträge in das Haus investieren“, informiert Liegenschafts-Amtsleiter Alfred Gangel. Er hat den Vertrag gemacht, nachdem in der Bewerberrunde „Ketten-Cafés ausgeschlossen“ waren. Baulich ändert sich einiges, auf jeden Fall aber sollen die Stammkunden „ihr Lieblingscafé wiederfinden“, lautet die amtliche Zusage.

Treffpunkt der Geistesgrößen

Mit dem Tod von Pächter Michael Rimbach im November 2010 ist also im Café Laumer eine Ära zuende gegangen. 1919 gegründet, firmiert es bis heute als „historisches Café“; nach dem Krieg wurde daraus der sprichwörtliche Treffpunkt Frankfurter Geistesgrößen aus Universität und Institut für Sozialforschung. In den Siebziger Jahren dann hatte die Stadt das Grundstück Bockenheimer Landstraße 67 einer Investorengruppe abgekauft, weil sich ein dort geplantes Hochhaus gegen den Protest der Bevölkerung nicht durchsetzen ließ.

Damals soll noch Michael Rimbachs Vater der Betreiber gewesen sein. Das Liegenschaftsamt hatte jetzt wieder auf die nächste Rimbach-Generation gesetzt: „Ich hätte gern mit dem Sohn weitergemacht“, sagt Amtsleiter Gangel. Doch das Erbe hätten die Rimbach-Kinder wegen hoher Schulden ausschlagen müssen. Kurz vor dem Jahreswechsel 2010/2011 ordnete das Frankfurter Amtsgericht die vorläufige Insolvenzverwaltung an.

Der Umbau soll drei Monate dauern und im Sommer laufen. Der Straßenverkauf soll in den Souterrain verlegt werden, als Behindertenzugang wird eine Rampe eingerichtet. Auch ein Lift wird eingebaut und der Sommergarten neu angelegt. „Frischer, moderner, jünger“, soll das Laumer werden, verspricht Gangel, „aber nix Schicki-Micki“. „Kleine Gerichte unter zehn Euro“ seien mit den Pächtern vertraglich vereinbart. Und die Kündigungsfrist des Vertrags betrage zwei Monate.

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