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Werkstätten in Frankfurt Noch kein Run auf Reifenwechsel

Die Reifenwechsel-Saison hat begonnen, doch bis es schneit bleibt es ruhig in den Werkstätten in Frankfurt.

Winterreifen
Rechtzeitig die Reifen wechseln, empfehlen die Fachleute. Foto: Patrick Sinkel (dapd)

Noch ist es herbstlich mild, doch der erste Schnee kommt bestimmt – und damit der Ansturm auf die Autowerkstätten und Reifenhäuser. Für viele Autofahrer sind spiegelglatte Straßen und der erste Schneefall unbarmherzige Mahner: Es ist höchste Zeit, Winterreifen aufzuziehen.

„Am ersten Wintertag werden bei uns alle Dämme brechen“, ist sich Lars Haub sicher. In seiner Höchster Werkstatt ist trotz des milden Herbstwetters schon jetzt viel los. Bei Haub kostet der Reifenwechsel zwischen 28 und 69 Euro –„ein SUV ist natürlich teurer als ein Twingo“. Der Geschäftsführer des Reifenhauses empfiehlt Autofahrern, frühzeitig auf Winterreifen umzurüsten. „Die Bauernregel ‚O bis O‘ hat sich bewährt“, sagt Haub und meint damit „von Ostern bis Oktober“.

„Wenn die Temperaturen deutlich in den einstelligen Bereich fallen, sollten Autofahrer die Reifen wechseln“, sagt dagegen Oliver Reidegeld vom ADAC Hessen-Thüringen. Denn bei Eis oder Schnee verlängere sich der Bremsweg für jene, die noch mit Sommerreifen unterwegs seien. „Also immer witterungsbedingt entscheiden, wann die Reifen zu wechseln sind“, empfiehlt Reidegeld.

Seit Anfang Oktober öffnet Reifencom in Bockenheim die Tore der Werkstatt eine Stunde früher. Dort ist die Lage noch entspannt. „Viele unserer Kunden haben Wechseltermine in den nächsten zwei Wochen“, sagt Felix Silbernagel von Reifencom. „Sobald das Radio den ersten Schnee meldet, werden sich mehr Leute um Termine bemühen.“ Lange Autoschlangen vor der Werkstatt erwartet Silbernagel aber nicht: Die Terminvergabe sei gut gestaffelt, das habe Wartezeiten verkürzt. „Außerdem fordern wir während der Hochsaison weitere Monteure an, um möglichst kurze Wartefristen zu gewährleisten.“ Mindestens sechs Euro kostet der Reifenwechsel bei Reifencom – für einen Reifen. Je nach Größe des Autos und zusätzlichen Leistungen wird es teurer.

Manche Autofahrer entziehen sich dem Stress des Reifenwechsel - und nutzen Ganzjahresreifen. „Bei unserem letzten Test war keines dieser Modell besser als ‚befriedigend‘“, sagt Reidegeld. Der ADAC-Sprecher empfiehlt, zu echten Winter- und Sommerreifen zu greifen – „also den Spezialisten“.

Ab dem 1. Januar 2018 müssen neue Winterreifen das sogenannte Alpine-Symbol tragen: Eine Schneeflocke in einem dreizackigen Gebirge. Autofahrer müssen ihre alten Winterreifen mit dem M+S-Symbol aber nicht sofort ersetzen: „Die erfüllen noch bis 30. September 2024 die Winterreifenpflicht“, sagt ADAC-Sprecher Reidegeld.

Für alle Reifen gilt: Teuer ist nicht automatisch besser. Der ADAC rät, weniger auf den Preis und mehr auf das Brems- und Fahrverhalten auf Schnee, Eis und nassen Straßen zu achten. „Zwischen einem Unfall und einem ’gerade noch mal gutgegangen‘ liegen wenige Meter Bremsweg“, sagt Reidegeld.

Wer sowieso in die Werkstatt fahre, solle gleich einen Rundumcheck für den Winter machen lassen, rät der ADAC. „Wichtig ist, dass alle Leuchten funktionieren, die Scheibenwischer in Ordnung sind und Kühlwasser und Scheibenwaschanlage mit genügend Frostschutzmittel befüllt sind.“

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