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Werbung der Bahn Klavierkonzert im Hauptbahnhof

„Spiel mich“, steht auf dem Piano, das zwei Tage am Gleis 10 des Frankfurter Hauptbahnhofes steht. Die Bahn will damit für ihre neue Verbindung nach Paris werben.

Der Pianist Aristo Khosrobeik begrüßt ankommende Fahrgäste im Hauptbahnhof mit einem Pariser Chanson. Foto: Andreas Arnold

Jetzt habe er „sich kalt gespielt“, sagt Aristo Khosrobeik und streift sich die Handschuhe über. Ein Pariser Chanson und „bekannte Melodien“ hat er am Freitag Vormittag zum besten gegeben – an einem ungewohnten Ort: Etwas abseits unter einem Pfeiler am Gleis zehn steht das Instrument, ein „Freiluftklavier“, und fordert die Reisenden auf: „Spiel mich“ in ganz vielen Sprachen, so Khosrobeik. Dem gebürtigen Iraner, der in Wiesbaden Musikpädagogik studiert hat, geht es vor allem auch um die „Völkerverständigung“.

Die Deutsche Bahn dagegen möchte vordringlich für ihre neue Verbindung nach Paris werben. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 11. Dezember, startet erstmals ein Sprinter ins Ausland, berichtet Frank Hoffmann, Geschäftsführer einer deutsch-französischen Eisenbahn-Gesellschaft. Mit drei Stunden und 40 Minuten werden die Sprinter eine neue Bestzeit hinlegen und rund zehn Minuten schneller sein als andere Verbindungen. „Da gibt es keinen Grund mehr zu fliegen“, meint Hoffmann.

Die Idee, ein Klavier in den Bahnhof zu stellen, stammt tatsächlich aus Frankreich. Dort haben sich bereits über 100 Bahnhöfe in Konzertsäle verwandelt. Auch in Frankfurt schlagen die Freiluft-Klaviere langsam Wurzeln: Während der Musikmesse standen sie an der Hauptwache und am Paulsplatz. Aristo Khosrobeik selbst, der die Höchster Musikschule „Clavina“ leitet, brachte im Sommer drei zum Einsatz: eines vor dem Höchster Bikuz, eines vor einem Supermarkt in Unterliederbach und eines in einem kleinen Pavillon im Garten des Bolongaropalastes. Während die zwei Klaviere inzwischen verschrottet wurden, steht das Exemplar aus dem Bolongaropalast zwei Tage lang im Hauptbahnhof. „Leider ist es morgen wieder weg“, sagt Khosrobeik. Der Leiter des Bahnhofsmanagement Hartmut Schwarz jedoch verspricht: Das Klavier wird Anfang 2017 wieder kommen – und dann auch länger bleiben.

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