Lade Inhalte...

Weihnachtsmarkt Frankfurt E bissi poppiger

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt wagt sich 2012 ein wenig in die Jetztzeit. Zur Eröffnung am Montagabend sang Soul-Barde Andreas Bourani und "Pink Christmas" gibt es ja jetzt auch.

Schon schön - und demnächst auch trocken.

Der Frankfurter Weihnachtsmarkt wagt sich 2012 ein wenig in die Jetztzeit. Zur Eröffnung am Montagabend sang Soul-Barde Andreas Bourani und "Pink Christmas" gibt es ja jetzt auch.

Am Anfang lief es einem eiskalt den Rücken runter. Nicht etwa wegen der festlichen Stimmung. Die musste man sich bei der Eröffnung des Frankfurter Weihnachtsmarktes am Montag zunächst einmal dazudenken. Während die Besucher geduldig im Regen auf die Ehrengäste warteten, die gemeinsam mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) den Weihnachtsmarkt auf traditionelle Weise eröffnen sollten, suchten sich kalte Regentropfen hartnäckig einen Weg zwischen Schal und Jackenkragen hindurch und liefen unbarmherzig in Pullover und T-Shirt.
Statt sich die Hände, wie bei winterlichen Temperaturen üblich, am Glühweinbecher zu wärmen, brauchten die Menschen sie an diesem äußerst milden Novembertag eher, um ihre Schirme festzuhalten.

Doch die hartgesottenen Weihnachtsmarkt-Fans harrten trotz des unweihnachtlichen Wetters geduldig vor der hölzernen Bühne auf dem Römerberg aus – und das zahlte sich aus. Der musikalische Stargast Andreas Bourani schaffte es bei seinem Auftritt, den richtigen Anstoß für ein vorweihnachtliches Gefühl zu geben. Nachdem er vier seiner Popsongs zum Besten gegeben hatte, folgten zwei Weihnachtslieder.

Mit ein bisschen Soul

Und dann kam es doch, das Gefühl: Bei Bouranis souliger Version des amerikanischen Klassikers „Amazing Grace“ verwandelte sich das kalte Kribbeln im Nacken in eine wunderbar wohlige Weihnachtsgänsehaut. Und spätestens bei „Heilige Nacht“ nahm man die Lichter der Buden und den Geruch von Glühwein und gebrannten Mandeln als Vorboten jener besinnlichen Zeit wahr, die laut Kalender eigentlich erst am kommenden Sonntag beginnt.

Diese Zeit der Besinnung zu nutzen, mahnte auch Feldmann an und warb in seiner Eröffnungsrede um Offenheit und Toleranz gegenüber den Mitmenschen und um Mitgefühl für diejenigen in unserer Gesellschaft, die es nicht so gut haben. „Jeder Mensch hat das Recht auf Anerkennung“, schloss Feldmann seine Rede und sagte, er hoffe, dass der Weihnachtsbaum mit seinen vielen Lichtern für alle Menschen Erleuchtung bringe.

Drei für einen Knopf

Nach einem von HR-Moderator Jörg Bombach angezählten Countdown drückten der Oberbürgermeister, der Inzeller Rathauschef Martin Hobmaier und Weihnachtsmarkt-Organisator Kurt Stroscher den Knopf, der die 7000 LED-Lichter am 30 Meter hohen Weihnachtsbaum zum Leuchten brachte. Die wartenden Weihnachtsmarkt-Besucher klatschten – was aufgrund der erwähnten Regenschirme durchaus nicht ganz einfach war – begeistert.

Mit dem jungen Sänger und HR3 als Medienpartner hatten die Organisatoren in diesem Jahr einen Schritt in eine neue, etwas modernere Richtung getan, was das Eröffnungsprogramm anging. Denn in den Jahren davor sangen zwischen dem traditionellen Glockengeläut von der Alten Nikolaikirche um 17.05 Uhr und dem Turmblasen Stars wie Ireen Sheer oder Patrick Lindner.
Bourani mit seinen Popballaden und seiner jungen Band hat es geschafft, dem besinnlichen Weihnachtsmarktfeeling in Frankfurt zu ein bisschen Pop zu verhelfen.

Und die pinkfarbene Dependance auf dem Stoltzeplatz für die schwul-lesbische Community tut das Ihrige, um die zeitlose Glühweinseligkeit etwas näher in die Jetztzeit zu rücken.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum