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Wasserversorgung Mit dem Duschwasser Geschirr spülen

Die Stadt sucht gemeinsam mit Wissenschaftlern nach Möglichkeiten, sparsamer mit Wasser umzugehen. Experten entwickeln ein intelligentes Aufbereitungssystem.

30.09.2016 18:12
Marike Beck
Dieses Wasser kann man noch mal nutzen. Foto: Renate Hoyer

Immer mehr Menschen zieht es nach Frankfurt. Und das stellt die Stadt auch bei der Wasserversorgung vor große Herausforderungen. Gemeinsam mit Wissenschaftlern sucht sie nach Möglichkeiten, sparsamer mit diesem knappen Gut umzugehen. Lösungsansätze gibt es bereits. Einer wurde jetzt bei einer Fachveranstaltung im städtischen Planungsdezernat vorgestellt.

Die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding hat in Bockenheim ein Haus errichtet, in dem Teile des Abwassers wiederverwendet werden. Im Keller des Gebäudes mit 66 Wohnungen und einer Kindertagesstätte befindet sich eine kleine Kläranlage. In dieser wird aus dem Abwasser Wärme zurückgewonnen, um mit dieser die Wohnungen zu heizen.

Leicht verschmutztes Wasser, das zum Beispiel für Duschen, Baden und Händewaschen genutzt wurde, wird aufbereitet und steht als sogenanntes Grauwasser wieder zur Verfügung. Mit diesem recycelten Wasser werden dann Toilette, Waschmaschine und Spülmaschine betrieben. So soll nachhaltig Trinkwasser eingespart werden. Das stark verschmutzte Wasser aus Küche und Toilette wird nicht wiederverwendet.

Schon früher hätten viele Menschen darauf geachtet, im Haushalt Wasser zu sparen, sagte ABG-Chef Frank Junker und wies etwa auf die Spartaste an Toilettenspülungen hin. Inzwischen seien das Bewusstsein für Umweltschutz und Ressourcenschonung, aber auch die technischen Möglichkeiten noch deutlich gestiegen, sagt er.

Die im Haus verwendete intelligente wasserwirtschaftliche Lösung hat ein Team aus Wissenschaft und Praxis in einem Forschungsverbund entwickelt, den das Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung und das Deutsche Institut für Urbanistik geleitet haben. Ziel des Projekts „Networks 3“ ist es, neuartige Lösungen für die kommunale Wasserwirtschaft zu finden.

Die Städte müssten sich schon heute die Frage stellen, wie die Wasserversorgung und -entsorgung im kommenden Jahrhundert aussehen soll, sagte Martina Winkler vom Institut für sozial-ökologische Forschung. Die Wasserinfrastruktur sei schließlich auf 50 bis 100 Jahre angelegt.
Aufbereitungssysteme, wie in dem ABG-Haus in Bockenheim, böten Potenziale, man müsse sich aber auf diese neuen Lösungen einlassen, sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Den Kommunen werde bei der Umsetzung solcher Wassersparstrategien eine zentrale Rolle zukommen. Heilig riet, solche Konzepte für ganze Quartiere zu entwickeln. Gerade in Neubausiedlungen ließen sich diese Systeme und eine ressourcenschonende Bauweise vergleichsweise einfach etablieren.

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