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Wasserhäuschen in Frankfurt „Weg mit der Erhöhung“

OB Feldmann stellt sich klar auf die Seite der Wasserhäuschen-Wirte in Frankfurt. Kommende Woche gibt es Gespräche über die deutlich erhöhte Pacht zwischen Stadt und Brauerei.

Wasserhäuschen
Kiosk-Chefin Elif Kalkan mit Oberbürgermeister Peter Feldmann im Wasserhäuschen. Foto: Peter Jülich

Hoffnung für die Betreiber der elf Wasserhäuschen, deren Pacht kürzlich enorm erhöht wurde: Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sprach ihnen am Freitag mit Nachdruck Mut zu. „Ich sage es deutlich: weg mit der Pachterhöhung!“, betonte Feldmann beim Besuch am Sachsenhäuser Kiosk Holbeinstraße. „Diese Erhöhung kann und wird nicht so bleiben, sie gefährdet massiv die Existenzen.“

Büdchenpächterin Elif Kalkan bewirtet seit viereinhalb Jahren Gäste in der Holbeinstraße, veranstaltet Lesungen, freut sich über Familien als Gäste und ist Stammkiosk der Radtouren der Bewegung Critical Mass. Bisher musste sie monatlich 560 Euro zahlen, alles in allem; jetzt sollen 750 Euro fällig werden. So sieht es der geänderte Vertrag vor, den die Brauerei Radeberger überreichte. Der neue Pachtzins soll nur bis Ende Mai 2019 gelten. „Ich bin gern hier“, sagte Elif Kalkan, „ich liebe meine Arbeit in diesem Wasserhäuschen, aber mit dieser neuen Pachthöhe, das geht nicht – das kann ich nicht bezahlen.“

Sie habe viel Zuspruch von Gästen erhalten in den vergangenen Tagen, sagte die Wirtin: „Viele haben Angst, dass ich schließe – sie fragen: Wo kann ich unterschreiben?“ Andere Büdchen in Frankfurt sind von noch heftigeren Pachterhöhungen betroffen. Bei Petru Spiridon in Rödelheim sind es gar 71 Prozent, rückwirkend für mehr als ein Jahr.

„Wasserhäuschen sind ein Teil der Gesellschaft, hier tauscht man sich aus, hier trifft man sich, hier streitet man auch“, sagte OB Feldmann am Freitag in Sachsenhausen. „Die Menschen hängen daran.“ Mit Baudezernent Jan Schneider (CDU) habe er bereits am Dienstag „sehr ausführlich gesprochen“, berichtete Feldmann. „Er hat positiv reagiert, ich habe den Eindruck, er hat Verständnis für die Lage der Wasserhäuschenbetreiber.“ Für die kommende Woche sei ein Treffen zwischen Schneider und Radeberger vereinbart, informierte der Oberbürgermeister und verkündete. „Ich bin hier, um zu sagen: Ich bin auf eurer Seite, und ich kann den Betreibern nur raten, sich zu wehren.“ Die neuen Verträge seien sicher in guter Absicht gemacht worden, „aber man hat ein Stück weit überdreht“.

Anwohnerin Bärbel Lutz-Saal lobte das Wasserhäuschen von Elif Kalkan als wichtigen Treffpunkt und die Büdchen generell als Institution: „Da ist es angemessen, dass der OB persönlich kommt.“ Auch Frederick Löbig vom Büdchen-Lobbyverein Linie 11 sagte: „Es ist gut, dass Feldmann hier ist. Aber das Ganze sollte nicht zum Wahlkampfthema werden. Es geht darum, dass die Wasserhäuschen überleben. Es geht um die Existenz.“ Weitere Büdchenbetreiber kamen aus Solidarität zum Termin nach Sachsenhausen, ebenso Kiosk-Forscher Oliver Kirst und der Wasserhäuschen-Lotse Hubert Gloss.

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