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Was 2019 in Frankfurt bringt Die Goetheturm-Verschwörung

Unruhig geht es nicht nur in der Weltpolitik zu, nein, auch in Frankfurt droht 2019 Ungemach sowohl am Horizont als auch in der Altstadt.

Skyline
Die Skyline von Frankfurt. Foto: Rolf Oeser

Januar     
In Bad Vilbel putscht sich völlig überraschend Stadtrat Klaus Minkel an die Macht. Minkel, der von Ortspolizei, Freiwilliger Feuerwehr und dem Vereinsring Massenheim unterstützt wird, verhängt den Ausnahmezustand: Nur so könne er garantieren, dass bis zum Hessentag 2020 die neue Stadthalle gebaut werden könne. Bauaufträge, verspricht der Lokalpopulist, gingen ausschließlich an einheimische Unternehmen. Die Bad Vilbeler Wirtschaft brummt vor Vorfreude. Wegen „Eigenbedarfs“ kappt Minkel die Frankfurter Biomilchversorgung durch den Dottenfelderhof. In Frankfurt wird die Biomilch knapp, die Preise steigen, im Nordend kommt es zu ersten Unruhen, der Basic auf der Berger wird geplündert.

Februar  
Die Biomilchtumulte eskalieren. Die berüchtigten Quartalspopulisten Volker Stein, Moritz Hunzinger und Bernhard M. Ochs nutzen die Gunst der Stunde, um die neue Altstadt zu besetzen. Sie nennen sich „Fettmilche“, um einen historischen Frankfurter Wutbürger zu ehren und die Biomilchkrise für ihre sinistren Pläne zu instrumentalisieren. Als Zeichen ihrer Wut tragen sie weiße Schürzen mit weißem Fettfleck. Die Einwohner der Altstadt leisten den Besatzern keinen Widerstand, weil es in der Altstadt keine Bewohner gibt. Aber die „Fettmilche“ bekommen schnell Zulauf von Wutbürgern aus der Region. Die Altstadt erklärt sich zur „Freien Reichsbürgerstadt“ und für autonom. Die „Milche-Mark“ wird eigene Währung. Schnell herrschen in der „Freien Reichsbürgerstadt“ aufgrund der dammlosen Wutbürgerflut katastrophale Bedingungen: mitunter hausen bis zu 20 Wutbürger in einem Penthouse, regelmäßig kollabiert das WLAN, die Schürzen beginnen zu müffeln.

März
Der Alternativ-Investigativ-Journalist Wolfgang Hübner sorgt mit einem Internetartikel in einem Was-die-Lügenmedien-verschweigen-Forum für Furore. Seine These: 10/12 war ein Insidejob, der Goetheturm war 2017 vom Frankfurter Magistrat kontrolliert gesprengt worden, um erfolgreich von etwas abzulenken, was bis heute geheim geblieben ist. Sein Beweis: In der Brandnacht habe sich nicht ein einziges Magistratsmitglied auf der Aufsichtsplattform befunden. Die Sachsenhäuser, die so was Ähnliches ja schon immer geahnt haben, rebellieren, auf dem Affentorplatz ruft Hübner unter Jubel die Unabhängige Konföderierte Südstadt aus, erlaubt die Sklaverei und dreht Hibbdebach die Ebbelwei-Pipeline zu. Die Gesamtsituation in der trockengelegten Nordstadt verschärft sich.

April
In einer bewegenden Rede in der Paulskirche beschwört Oberbürgermeister Peter Feldmann, der dafür seinen Urlaub abgebrochen hat, die Einheit der Stadt. Feldmann beendet seine Rede mit dem Credo „Der Main: Frankfurts Strom – nicht Frankfurts Grenze!“ und erntet donnernden Applaus. Dann donnert es noch mal: Noch am selben Tag deckt die Internetplattform Wikiplag auf, dass der OB seinen Schlusssatz abgekupfert hat. Tatsächlich: Feldmann muss zugeben, dass jemand anderes was Ähnliches ein andermal gesagt hat, und tritt von allen Ämtern zurück.

Mai 
Chaos und Sezession füllen die Lücke, die Feldmann hinterlässt. Das autonome Zentrum im Klapperfeld erklärt sich zum Freistaat „Arcadia Antifascista“. Von Anfang an hat der trotzkistisch orientierte Kleinststaat Probleme mit dem zeitgleich gegründeten „Polizeistaat 1“ gegenüber auf der Zeil, der eher an ein faschistisches Operettenregime erinnert. Die feindlichen Nachbarn bombardieren sich mit Drohfaxen, der Rohstoff Papier wird knapp. In der besetzten Altstadt haben sich die Milche derweil in drei verfeindete Fraktionen gespalten: „Milche in Wut“ (Stein), „Milche voll Zorn“ (Hunzinger) und „Milche mit Musik“ (Ochs). Wenn sich die Lager nicht gegenseitig verdreschen, veranstalten sie Hetzjagden auf die wenigen Ausländer, die sich noch in die Altstadt trauen. Das chinesische Außenministerium erklärt die Frankfurter Altstadt zur No-Go-Area und bricht alle diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Frankfurt ab. Peking fordert den Chinesischen Pavillon zurück, aber Frankfurt ist total abgebrannt.

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