Lade Inhalte...

Wake-up-Parties Feiern vor dem Frühstück

Clubatmosphäre und Musik noch vor dem ersten Kaffee: In der Hanauer Landstraße starten Frankfurter mit einer Party in den Arbeitstag. Der Trend erobert momentan Metropolen wie London, New York oder Berlin.

Kaffee statt Cocktails und morgens statt abends, das macht die sogenannten Wake-up-Parties aus. Foto: Andreas Arnold

Elektromusik und Clubatmosphäre noch vor der ersten Tasse Kaffee – der Trend der sogenannten Pre-Work- oder Wake-up-Partys, also das Feiern am Morgen noch vor der Arbeit, erobert momentan Metropolen wie London, New York oder Berlin. Auch in Frankfurt soll jetzt schon nach dem Aufstehen getanzt werden.

Um 6.30 Uhr verwandelt sich am gestrigen Donnerstag deshalb das Café „Coffee Fellows“ an der Hanauer Landstraße vom Kaffeeladen zum Club. So müde wie man angesichts der frühen Stunde meinen könnte, sehen die ersten Gäste aber gar nicht mal aus – im Gegenteil. Die Frühaufsteher sind alle im tadellosen Businesslook erschienen, schließlich müssen die meisten nach dem Besuch der morgendlichen Party noch ins Büro. So wie die 30-jährige Inna Haas. Mit weißer Bluse und grauem Bleistiftrock sitzt sie auf einem der Ledersessel, einen Kaffee in der Hand. „Ich finde die Idee, bereits vor der Arbeit etwas zu unternehmen, genial“, sagt die junge Frau.

Eigentlich müsse sie um neun in ihrem Büro in Wiesbaden sein, aber für die Party hat sie extra eine kleine Verspätung eingeplant. „Abends nach einem Arbeitstag bin ich meistens einfach zu müde, um noch auszugehen“, sagt Haas. Deshalb genieße sie es, schon morgens etwas zu erleben. Von den Vorbildern der Partys in London, New York und Berlin ist Frankfurts Wake-up-Party jedoch noch weit entfernt. Während die Menschen in den Metropolen rund um die Welt in bunten Klamotten auf riesigen Tanzflächen auf und ab hüpfen, standen die Frankfurter noch ein wenig steif im Café. Doch die Atmosphäre ist freundlich, wenn auch sehr geschäftig. „Das ist ein wenig typisch für Frankfurt“, sagt Serge Petroff.

Tanzen und verhandeln

Gemeinsam mit Martin Watzke hat er die – nach eigenen Aussagen erste – Pre-Work-Party Hessens organisiert. In der Finanzstadt verbinde man oft das Geschäftliche mit dem Angenehmen, es gebe viele Veranstaltungen zum Netzwerken und lockere Treffen. Doch es sei ihm wichtig, das Spirituelle, dass die Feiern an den anderen Standorten verbindet, auch in Frankfurt rüberzubringen. Deshalb gibt es im Café Smoothies, vegane Cupcakes und eine Runde Yoga für die Gäste. Es gehe ihm darum, dass die Menschen Kraft tanken und mit positiver Energie in den Tag gehen, erklärt Petroff.

Auch nach eineinhalb Stunden hat sich noch niemand so richtig warmgetanzt. Der Veranstalter hofft, dass sich seine Party bald zu einer Instanz entwickelt. Doch zu oft soll auch nicht vor der Arbeit getanzt werden. „Die Reihe soll etwas besonderes bleiben“, so Petroff. Deshalb wird das morgendliche Feiern auch nur ungefähr alle drei Monate stattfinden.

Aktuelle Informationen zu den Parties unter www.frankfurt-wakeup.de.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen