Lade Inhalte...

Wahlkampf Cohn-Bendit als Telefonjoker

Die Frankfurter Grünen setzen im Wahlkampf auf neue Formen. Ziel ist ein Ergebnis von 15 bis 18 Prozent in der Stadt.

B90/Die Grünen
Der Wahlkampf hat begonnen. Foto: peter-juelich.com

Wenn es in den kommenden Wochen am frühen Abend im Nordend, Ostend oder Bornheim klingelt, könnte jemand von den Grünen vor der Tür stehen. Der Frankfurter Kreisverband will im beginnenden Bundestagswahlkampf stärker als in den vergangenen Kampagnen auf die Wähler zugehen. Dazu gehört etwa, dass grüne Wahlkampfhelfer vor allem in den traditionellen Hochburgen der Partei von Tür zu Tür gehen. 20.000 Wohnungen wollen sie abklappern, die Bewohner kurz an die Wahl erinnern und ihnen Infos über die Ziele der Frankfurter Direktkandidaten geben. 

Die Mobilisierungskampagne ist eine der neuen Formen, mit denen die Grünen punkten wollen. Neu ist auch „Der grüne Bereich“, ein offenes großes Zelt, mit dem die Partei auf noch zwölf Stationen durch die Innenstadt und die Stadtteile touren wird. Dort sollen die Frankfurter mit Politikern der Grünen näher ins Gespräch kommen können. Es gibt Sitzgelegenheiten, etwas zu trinken und Pasta. 

Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, Stadtverordnete, Stadträte, Landespolitiker wie Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, aber auch auf Bundes- oder Europaebene jetzt oder früher aktive Grüne anzurufen. Als „Telefonjoker“ fungieren beispielsweise der frühere Europaabgeordnete Daniel Cohn-Bendit oder der ehemalige Kämmerer und Bundestagsabgeordnete Tom Koenigs. Einer der Wahlkampfhelfer der Grünen ruft bei Bedarf gleich im Zelt an und reicht das Telefon weiter. 

Von einigen anderen Wahlkampfformaten hat sich die Partei dagegen verabschiedet, unter anderem von Diskussionen in Bürgerhäusern. „Es war dort oft so, dass Grüne Grünen grüne Geschichten erzählten“, sagte Vorstandssprecher Bastian Bergerhoff am Dienstag bei der Vorstellung des Wahlkampfprogramms. Nun setze man auf offenere Formen. 

Mit einem Ergebnis von 15 bis 18 Prozent in Frankfurt könne man gut leben, sagte Bergerhoff. Beatrix Baumann zeigte sich zuversichtlich, dass die Grünen diese Marke erreichen. Sie beobachte eine ganz starke Mobilisierung in der Partei mit inzwischen knapp 790 Mitgliedern, sagte die Vorstandssprecherin.

Direktkandidat Omid Nouripour gab als Ziel aus, drittstärkste Partei im Bund zu werden und an der Regierung beteiligt zu sein. Auch für seinen Wahlkreis 183 sehe er Chancen für einen Wechsel. Jetzt, da Erika Steinbach nicht mehr antrete, würden die Karten neu gemischt. 

Jessica Purkhardt, Direktkandidatin für den Wahlkreis 183, beklagte eine Hysterie in den derzeitigen Debatten zur Inneren Sicherheit. Die Grünen stünden dagegen für differenzierte Lösungsansätze. 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum