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VVN „An Nazi-Verbrechen erinnern“

70 Jahre nach der Gründung kämpft die Vereinigung der Verfolgten (VVN) weiter gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Auch Jüngere engagieren sich.

Peter Christian Walther (gleichberechtigter Sprecher Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, VVN), Frankfurt, Bild x von 9
84 Jahre alt und kein bisschen müde: Peter Christian Walther. Foto: Michael Schick (Michael Schick)

Peter Christian Walther (84) ist einer der Sprecher der hessischen Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN). Der gelernte Journalist arbeitete viele Jahre beim Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt.

Herr Walther, vor 70 Jahren, also 1947, wurde die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes gegründet. Warum so spät?
Schon 1946 haben sich in verschiedenen Städten und Kreisen ehemalige Häftlinge und Widerstandskämpfer und Menschen, die aus der Emigration zurückkamen, zusammengeschlossen. Die Frankfurter VVN wurde zum Beispiel im November 1946 gegründet.

Das 70-jährige Jubiläum, das nun gefeiert wird, bezieht sich also auf den Bundesverband?
Ja. Deshalb habe ich schon gesagt, die VVN feiert dauernd 70. Geburtstag. Die Feier heute ist der Abschluss.

Wie sind Sie selbst zum Verband gekommen?
Ich habe den Verband während meiner journalistischen Tätigkeit entdeckt und bin 1973 Mitglied geworden. Damals hatte sich die VVN auch für Nicht-Verfolgte geöffnet.

Was waren die Aufgaben und Ziele der Vereinigung in den Anfängen?
Einmal ging es ganz praktisch um die Interessenvertretung der ehemals Verfolgten in den vier Besatzungszonen, die einen Anspruch auf Wohnraum und Versorgung hatten. Zum anderen gab es das politische Interesse, ein demokratisches und antifaschistisches Deutschland aufzubauen.

Wie viele Mitglieder hat der Verein heute?
In Deutschland sind das rund 6000.

Haben sie auch jüngere Leute im Verband?
Haben wir. Alle fünf bis zehn Jahren tauschen wir unsere Mitgliedschaft zu etwa einem Drittel aus.

Wie viele Verfolgte leben noch?
Nur noch wenige. In Hessen sind es maximal zehn.

Was sind heute die Aufgaben des Verbandes?
Wir erinnern immer wieder an die Verbrechen des Nationalsozialismus und auch an den Widerstandskampf, um zu zeigen, man kann etwas dagegen tun. Gleichzeitig setzen wir uns gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus ein.

Was sagen Sie zum Erstarken des Rechtspopulismus?
Ja, das ist ja das, was uns umtreibt. Deshalb engagiert sich die VVN sehr aktiv in der Kampagne „Aufstehen gegen Rassismus“. Im Anschluss an unsere Bundeskonferenz jetzt am Wochenende werden wir eine Ausstellung über die Verbindungen der AfD zum rechtsextremen Lager im Haus Gallus zeigen.

Interview: Friederike Tinnappel

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