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Vorlesewettbewerb Einfach lesen - und gewinnen

Nur drei Minuten Zeit hat jeder Vorleser - vor Publikum. Beim Finale traten Kinder aus allen Bundesländern gegeneinander an. Dabei sind die meisten äußerst routiniert und souverän.

So sehen Gewinner aus: Monique Roszak (links) und Josephine Martz. Foto: Michael Schick

Es ist einfach richtiges Lesewetter. Während es draußen wie aus Kübeln schüttet, sichern sich im bunt geschmückten Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek die Eltern und Geschwister der Vorleser die besten Plätze. Spannung liegt im Raum.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat zum Finale des diesjährigen Vorlesewettbewerbs eingeladen. 25 Sechstklässler aus 16 Bundesländern sind dafür in die Stadt gekommen. Sie hatten sich zuvor in ihren Klassen, Schulen, Landkreisen und Bundesländern gegen insgesamt 620000 Teilnehmer durchgesetzt. Neun Haupt- und Mittelschüler sowie 16 Realschüler und Gymnasiasten treten nun in Frankfurt gegeneinander an. Der seit 1959 stattfindende Vorlesewettbewerb soll dabei vor allem eines tun: Den Kindern Spaß am Lesen vermitteln.

Damit es auch während des Finales spaßig wird, verteilt die fünfköpfige Jury vor Beginn noch ein paar Ratschläge gegen Aufregung. Mehr noch als die Hinweise der Bibliotheksdirektorin, des Jugendbuchautors oder des Hörbuchsprechers dürften die Finalisten dabei die Tipps der beiden Vorjahressieger interessieren. Besonders der von Alma Becker ist ermutigend: „Ihr seid doch eh schon super, sonst wärt ihr ja nicht hier“ ruft sie ihnen zu und ergänzt: „Also lest einfach!“

Einfach gelesen wird dann auch. Überraschend routiniert und souverän – Versprecher wie „Autostreitschrift“ bleiben die absolute Ausnahme. Dabei gäbe es allen Grund zur Aufregung, denn erst am Vorabend durften sich die Schüler ihre Bücher und Textstellen aussuchen. Besonders heikel: Nur drei Minuten Zeit hat jeder zum Überzeugen seiner Zuhörer.

Manchen Vorlesern wie Antonia Kuppler aus dem Saarland gelingt das im Handumdrehen. Schnell fiebert man mit dem Protagonisten ihrer Geschichte mit, als sich dieser zuerst nicht traut, die E-Mail eines Mädchens aus seiner Klasse zu öffnen. Emil Kauth aus Bayern hingegen begeistert vor allem mit seiner stimmlichen Wandlungsfähigkeit: Schriller als die von ihm gesprochene Lehrerin könnte auch die Realität nicht sein.

Zum Schluss stehen mit Monique Roszak aus Sachsen-Anhalt und Josephine Martz aus Hamburg zwei Gewinnerinnen auf der Bühne, die beide durch ihre grandiose Mimik begeistern konnten. Das Schöne: Auch die 23 Zweitplatzierten freuen sich mit den beiden Mädchen. Die Hessin Charis Jin Kim aus der Nähe von Wetzlar lacht: „Die beiden waren klasse und haben’s echt verdient!“

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