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Volkstheater Hessen Teuflisches Spiel mit Max Meister

Das Volkstheater Hessen zeigt seine zweite Mundart-Komödie. In dem Stück "Meister - Heister" wird es sehr turbulent zugehen, verspricht Regisseur Steffen Wilhelm. Der Neustart ist gelungen, alleine im ersten Jahr spielte das Volkstheater Hessen 60 Vorstellungen.

Das aktuelle Stück: „Meister – Heister“. Foto: Volkstheater, StuGraPho, 2014

Da sitzt Max Meister, der Student, aber schön in der Patsche: Der monatliche Scheck seines Onkels Jeremias Pennerich lässt auf sich warten, Max hat mit seinem Kumpel Moritz Heister abends ganz ordentlich gezecht – und ist zu allem Überfluss in den Klamotten vom Kostümverleih heimgekommen: als Teufel.

So kann er nicht raus. Um seine eigenen Kleider beim Verleih wieder abzuholen, braucht Max dringend Hemd und Hose von Freund Moritz. Als es dem aber zu langweilig wird, in Max’ Zimmer zu warten, schlüpft er in die Sachen der Vermieterin Frau Pinschel. Mit den logischen Folgen.

Theater mit jazzy Musik

„Es geht sehr turbulent zu“, verspricht Regisseur Steffen Wilhelm, der das Stück „Meister – Heister“ von Adolf Stoltze fürs Volkstheater bearbeitet hat. Premiere ist am 23. Januar, Schauplatz eine Studentenbude in den 1920er Jahren, jener Zeit, in der Stoltze das Mundartstück auch schrieb. Weil der Stoff rasant erzählt, aber auch recht kurz ist, also nicht wirklich abendfüllend, ersann Wilhelm zusätzlichen Text für die sechs Schauspieler und fügte Musik hinzu: „Es gab so wunderbare Lieder“, schwärmt er, zum Beispiel „Es find’t sich alles in der letzte Dutt“. Einige der Gassenhauer hat Gabriel Groh für das Stück neu arrangiert: „Das wird jazzy“, beschreibt Steffen Wilhelm, „das lockert alles auf.“

Und wie das Leben so spielt: Die „letzte Dutt“ sang einst Liesel Christ, Gründerin des Frankfurter Volkstheaters – jener Bühne in der Innenstadt also, die die Leute um Steffen Wilhelm, Organisator Hauke Hummel oder Schauspielerin Silvia Tietz 2013 nach dem großen Knall verlassen mussten. Sie gründeten bald darauf das Volkstheater Hessen, das im vorigen Jahr mit seinem ersten Stück „Verspekuliert“ vors Publikum trat. Wie lief es bisher? „Irrsinnig gut“, sagt Steffen Wilhelm. „Wir hätten in unseren kühnsten Träumen nicht erwartet, dass wir im ersten Jahr 60 Vorstellungen spielen.“ Nicht nur im neuen Hauptquartier, dem Kulturhaus am Zoo, auch bei zahlreichen Gastspielen in der Region, etwa im Hofheimer Showspielhaus, im Offenbacher Ledermuseum oder bei den beliebten Theater-Schifffahrten mit der Primus-Linie inklusive Drei-Gänge-Menü.

Das Volkstheater hat den Umbruch also geschafft, das Publikum strömt, wenn auch nicht so wie einst im Cantate-Saal. Zehn Prozent der Besucherzahlen von damals erreicht das Ensemble nun, 106 000 Euro Umsatz hat es 2014 gemacht. Von der Stadt gibt es pro Theaterstück 7500 Euro Projektförderung – das war’s an Zuschüssen. „Planung und Logistik sind aufwendig“, sagt Hauke Hummel, Lagerraum ist knapp, vor allem Werbung fällt schwer. „Das ist sooo teuer!“, stöhnen die Theatermacher, die ihr täglich Brot mit Engagements an anderen Bühnen verdienen müssen.

Für die Herzensangelegenheit Volkstheater setzen sie auf Mundpropaganda, kleine, aber feine Stücke und auf die treuen Fans. Eine eigene Spielstätte, so wie damals im Großen Hirschgraben (wo nun der Umbau anläuft für Michael Quasts Volksbühne, für die Goethehöfe und fürs Romantikmuseum), „das wäre ein Traum“, sagt Steffen Wilhelm. Dass er in Erfüllung geht, ist nicht zu erwarten. Aber das Volkstheater, immerhin, es lebt.

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