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Versorgung mit Obst und Gemüse SPD bleibt hart

Der Kampf um das Frankfurter Frischezentrum geht weiter. Die Händler setzen dabei die Tilgung von Darlehen aus.

Im Streit um die Zukunft des Frankfurter Frischezentrums in Kalbach, das Hunderte von Geschäften und Restaurants mit Obst und Gemüse versorgt, bleiben die Fronten verhärtet. Der Frankfurter SPD-Vorstand hat in einem Beschluss festgehalten, dass die knapp 100 Händler die Anlage in Kalbach zwar kaufen dürfen. Es bleibe aber aus Sicht der SPD bei einer im Grundbuch eingetragenen Nutzungsbeschränkung für die städtische Fläche.

Es müsse festgehalten werden, dass die städtischen Areale nur für ein Frischezentrum genutzt werden dürften. Es gehe „um die Verhinderung von Grundstücksspekulationen, die die Existenz vieler Händlerinnen und Händler vernichten würden“, so Sylvia Kunze, die stellvertretende SPD-Vorsitzende von Frankfurt.

Die Markthändler dagegen fordern vehement die Aufhebung der Nutzungsbeschränkung. Sie sehen sich zu Unrecht als Spekulanten verdächtigt.

In dieser verfahrenen Situation haben die Händler jetzt einen Befreiungsschlag gelandet. Sie haben die Tilgung eines Teils der Darlehen ausgesetzt, die ihnen 2004 von der Stadt für das Frischezentrum gewährt worden waren. Dadurch solle die immense finanzielle Belastung für die Händler von jährlich 4,4 Millionen Euro für die Ablösung der Darlehen gesenkt werden, sagte die Geschäftsführerin des Frischezentrums, Silke Pfeffer, am Montag der FR.

Konflikt Thema im OB-Wahlkampf

Man hoffe so eine wirtschaftliche Insolvenz des Zentrum im Jahre 2018 abzuwenden, so die Managerin. Sie fügte hinzu: „Unser Ziel bleibt eine einvernehmliche Regelung mit der Stadt.“

Der Konflikt ist längst auch in den OB-Wahlkampf hineingezogen worden. Am Montagmorgen besuchte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Händler in Kalbach. Die OB-Kandidatin der CDU, Bernadette Weyland, hatte das Zentrum bereits kurz vor Weihnachten aufgesucht und sich auf die Seite der Händler gestellt.

Gleichzeitig drängte die SPD gestern auf den raschen Abschluss einer Vereinbarung zwischen Händlern und den städtischen Marktbetrieben. Auch der ehrenamtliche Stadtrat Claus Möbius (Grüne), Aufsichtsratschef des Frischezentrums, bekräftigte jedoch: „Die Nutzungsbeschränkung bleibt im Grundbuch.“

Möbius bestätigte, dass dann ein privater Kredit für den Erwerb der Anlage durch die Händler teurer werde, fügte aber hinzu: „Das ist dann eben so.“

Die politische Linie der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen ist, die Kontrolle über städtische Grundstücke möglichst zu behalten und keine Flächen mehr aus der Hand zu geben.

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