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Vermögensbilanz Frankfurt Nummer eins

Frankfurt hat erstmals in einer Bilanz sein gesamtes Vermögen bewertet und das ist beachtlich. Die Mainmetropole verfügt über 18,6 Milliarden Euro. Allerdings kann erst 2015 ein Vergleich mit anderen Großstädten gezogen werden.

10.12.2010 18:40
Jutta Ochs
Schönes, reiches Frankfurt. Foto: FR/Kraus

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist Frankfurt die reichste Großstadt Deutschlands. Die erste umfassende Vermögensbilanz des „Konzerns Stadt“, die am Freitag Kämmerer Uwe Becker (CDU) vorstellte, legt diesen Schluss sehr nahe. Inklusiver aller Beteiligungen an Unternehmen verfügt Frankfurt über ein stolzes Vermögen von 18,6 Milliarden Euro. „Wir sind schon sehr stark“, sagt Becker. Ein vollständiger Vergleich ist derzeit noch schwierig, weil andere deutsche Großstädte diese Gesamtbilanz noch nicht präsentiert haben. Nur in Teilen ist etwas bekannt. Der Kämmerer ist bereits jetzt sicher, „dass wir an der Spitze, wenn nicht sogar Nummer eins sind“.

Erhebliches Eigenkapital

In die Frankfurter Bilanz sind die Zahlen der sogenannten Kernverwaltung der Stadt Frankfurt eingegangen und anteilig die der städtischen Beteiligungen. Dazu gehören unter anderem Messe und Flughafen, Verkehrsgesellschaft, Mainova, Hafen- und Marktgesellschaft, FES. „Wechselbeziehungen“ zwischen der Stadt und den Unternehmen sowie der Unternehmen untereinander wurden „entflechtet“ und für die Bilanz neu bewertet. Eine Mammutaufgabe, die Matthias Specht, der Leiter der städtischen Bilanzbuchhaltung, mit seinen drei Mitarbeitern in endloser Detailarbeit an Zahlenkolonnen bewältigt hat.

Das hohe Vermögen sowie das erhebliche Eigenkapital (9,8 Milliarden Euro) spiegelten „die Stärke der Stadt“ wider. Es werde auf „kurzfristige Rendite verzichtet“, nachhaltig gehandelt. Und dennoch seien die Unternehmen der „Daseinsvorsorge“ wirtschaftlich in hervorragender Verfassung. Zur Daseinsvorsorge zählt Becker die Betriebe für Verkehr, für Strom, Gas, Wasser, für Müllentsorgung und das Wohnen. Die guten Zahlen seien ein Beleg dafür, wie erfolgreich kommunale Wirtschaft arbeiten könne, sagt Becker. Er sei gegen den Verkauf von städtischen Unternehmensanteilen an Private. „Tafelsilber halten“ müsse die Devise für Frankfurt lauten. Die „öffentliche Hand“ müsse am Ruder bleiben.

"Hohes Niveau"

Becker betonte, wie gut es da Frankfurt im Vergleich zu vielen anderen Städten habe, die Probleme in der Kernverwaltung und bei den Beteiligungen hätten. Die gute Bilanz, die die Stadt sogar lange vor dem Ablauf der Frist 2015 fertiggestellt hat, sei ein „ermutigendes Signal an die Bürger“. Diese bekämen nun schwarz auf weiß die Sicherheit, „dass das ein oder andere schwierige Jahr uns nicht umhauen kann“. Frankfurt sei in der Lage, sein „hohes Niveau“ durchzuhalten.

Das muss die Stadt auch bei ihren Sozialausgaben. Beim Aufteilen des Konzernergebnisses nach „Produktbereichen“, also nach Aufgabensparten, halten die Aufwendungen fürs Soziale mit knapp 630 Millionen Euro die absolute Spitze, es folgt die Bildung mit mehr als 400 Millionen Euro. Die steigenden Energiepreise wirken sich zwar nicht positiv auf den Geldbeutel der Bürger, aber auf die Konzernbilanz aus. Energie und Versorgung steuern ein schönes 36-Millionen-Plus bei.

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