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Verleger Thomas Wolff Der Freund der Klitzkleinen

Manchmal nennt sich Thomas Wolff auch mal Michael Fuchs. Etwa dann, wenn er wieder einmal einer seiner eigenen Ideen umgesetzt hat. Als Michael Fuchs

07.10.2010 09:07
Canan Topçu
Wolff, monstermäßig. Foto: FR/Hartung

Manchmal nennt sich Thomas Wolff auch mal Michael Fuchs. Etwa dann, wenn er wieder einmal einer seiner eigenen Ideen umgesetzt hat. Als Michael Fuchs nämlich veröffentlicht der Frankfurter Verleger seine eigenen Texte. „Monstermäßig erzogen“ ist einer davon. Er handelt von einem Monster, das seinem Ruf so gar nicht entspricht. Denn es ist artig und überhaupt nicht monstermäßig drauf. Illustriert hat es Wolffs Frau Marie Hübner.

Das großformatige Buch ist für Kinder. Wie auch alle anderen Bücher des „klitzekleinen Verlags“ (O-Ton Wolff). Klitzeklein, mit gerade mal vier Quadratmetern die kleinste Fläche, die gemietet werden kann, ist auch der Stand auf der Buchmesse, an dem Wolff seinen Verlag präsentiert. Passend zum Gastland Argentinien hat er ein Kinderkochbuch herausgebracht.

„Südamerikanisch kochen. Tomaten, Chili, Mais und Co. “ enthält nicht allein Rezepte für vegetarische Gerichte und Illustrationen, die Lust auf Kochen machen, sondern auch kindgerecht portionierte Informationen zu den einzelnen Zutaten und Geschichten drum herum.

Die Idee vom eigenen Verlag hat Wolff vor fünf Jahren umgesetzt. Früher war er mal Journalist, dann arbeitete er lange Zeit in Kinderbuchverlagen und begann, „von anderen Verlagen abgelehnte, aber schöne Projekte zu realisieren“. Mit Erfolg. Denn eine seiner Autorinnen, erzählt er mit hörbarer Freude in der Stimme, die vergeblich bei anderen Kinderbuchverlagen angeklopft hatte, gewann sogar einen Preis.

Zurück nach Heddernheim

Ein anderes Buch, Fred & Annabel von Lena Hesse, wird sogar verfilmt. In den fünf Jahren hat Wolff, der am gestrigen Mittwoch seinen 43. Geburtstag hatte, 25 Bücher herausgebracht. Sein Ziel, es jährlich auf zehn Bücher zu bringen, hat er nicht realisieren können. Doch mit dem, was er bisher gestemmt hat, hat er sich offenbar einen Namen gemacht. Denn der Frankfurter wurde sogar vom südkoreanischen Kulturminister zur Buchmesse in Seoul eingeladen. „Damit ich über die Entwicklung der Kinderbuchbranche in Deutschland einen Vortrag halte“, erzählt Wolff an seinem Stand in der Halle 3.

Vor einem Jahr verlegte Wolff von Bad Soden nach Heddernheim und kehrte somit an den Ort zurück, wo er groß geworden ist. Während er davon spricht, kommt einem der Gedanke auf, dass der Umzug vielleicht auch einen symbolische Bedeutung haben könnte. Vielleicht wird in Heddernheim aus dem „klitzekleinen Verlag“ ein großer.

Lesung: „Monstermäßig erzogen“, Samstag, 9. Oktober, 15.30 Uhr, Frankfurter Kunstverein, Markt 44.

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