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Verkehrsgesellschaft Frankfurt Kehrtwende im Fall „Fikkefuchs“

1. Update Für den Kinofilm „Fikkefuchs“ darf nun doch an Frankfurter Bus-, Straßenbahn- und U-Bahnhaltestellen geworben werden. Die VGF vollzieht eine Kehrtwende.

Fikkefuchs
Stein des Anstoßes: Das Filmplakat.

Unter dem Eindruck heftiger Kritik hat die städtische Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) ihr Werbeverbot für den Film „Fikkefuchs“ zurückgenommen. Das bestätigte VGF-Sprecher Bernd Conrads. Die Werbung war zunächst als „sexistisch“ eingestuft worden. Nachdem das Verbot bundesweit Wellen geschlagen hatte, korrigierte sich die VGF.

„Die Entscheidung ist revidiert worden“, so Conrads im Gespräch mit der FR. Zuvor habe man innerhalb der VGF im größeren Kreis zusammengesessen. Auch die Geschäftsführer der Gesellschaft seien einbezogen gewesen. Davor war das Verbot offenbar von einem Mitarbeiter der Rechtsabteilung der VGF verhängt worden.

Frankfurt war neben München die einzige deutsche Stadt, in der das umstrittene Plakat (rechts) in U-Bahnen und Trams sowie an Haltestellen nicht gezeigt werden durfte.

Filmproduzentin Saralisa Volm sagte der FR: „In Bezug auf den Film selbst hätte ich jegliche Form des Vorwurfs erwartet. Er ist eine Satire, er spaltet“, sagt Volm. „Aber ich hätte nie erwartet, dass wir mit dem Plakatmotiv auf Probleme stoßen würden, das sind ja total entspannte, grafische Plakate. Das finde ich schon ein bisschen absurd“, so Volm, die sich selbst ausdrücklich als Feministin definiert und betonte, die aktuelle Debatte über Sexismus für wichtig zu halten.

Die Frankfurter Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) sprach sich gegen das Verbot aus. „Ich denke nicht, dass dieses Filmplakat sexistisch ist.“ Das Plakat werbe mit satirischen Mitteln für einen Film, der sich mit grimmigem Humor mit den gescheiterten Potenzfantasien von Männern auseinandersetze.

Sebastian Popp: Verbot ist „lächerlich“

„Lächerlich“ nannte das Verbot der kulturpolitische Sprecher der Grünen, Sebastian Popp. Er forderte „mehr Differenzierung in der Sache“. Der Sexismus-Vorwurf sei „weit hergeholt“, sagte Popp, der selbst Filmproduzent ist. In seinen Augen ist „Fikkefuchs“ ein „kleiner, rougher Film“. Die Debatte über das Verbot sei „das Beste, was den Produzenten passieren kann“.

Ganz anders die CDU. Ihr Kultur-Sprecher Thomas Dürbeck urteilte: „Ein städtisches Wirtschaftsunternehmen wie die VGF hat das Recht, ein solches Werbeverbot auszusprechen.“ Das Plakat aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, fand Dürbeck „in Ordnung“, allerdings „mit Bauchschmerzen“.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), zu dessen Zuständigkeitsbereich die VGF gehört, hatte das Vorgehen der städtischen GmbH zunächst verteidigt. „Die VGF ist ein eigenständiges Unternehmen und sie hat die Möglichkeit, im Rahmen ihres Hausrechts über Werbung zu entscheiden.“

Auch ein zweites Verbot nahm die VGF am Nachmittag zurück. In diesem Fall hatte die Gesellschaft ein Plakat der Linken abgelehnt, das auf eine öffentliche Diskussionsveranstaltung im Haus am Dom hinweisen sollte. Der Abend am 8. Dezember steht unter dem Motto „Wenn der Hass an die Rathaustür klopft“: Es geht um Rechtspopulismus in der Kommunalpolitik. „Das Plakat der Linken darf jetzt geklebt werden“, kündigte Conrads am Nachmittag an.

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