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Verkehr Tempo 30 in der Friedensstraße

Die Friedensstraße ist der erste verkehrsberuhigte Geschäftsbereich in Frankfurt. Hier gilt Tempo 30. Radler fahren jetzt auf der Straße und es gibt Ladezonen für den Lieferverkehr.

Platz für alle auf der Friedensstraße. Foto: C. Boeckheler

Den ersten verkehrsberuhigten Geschäftsbereich hat die Stadt in der Friedensstraße eingerichtet. Das bedeutet: Zwischen Willy-Brandt-Platz und Roßmarkt gilt nun rechts vor links und Tempo 30. Radler fahren nicht mehr auf dem Gehweg, sondern auf der Straße. In beide Richtungen sind Radler-Piktogramme aufgemalt.

Den Bürgersteig mussten sich die Radler bis jetzt mit den Fußgängern teilen. Was zu Geklingel und Klagen führte. Nun haben die Geschäftsinhaber ihre Außengastronomie ausgeweitet. Tische, Bänke, Blumenkübel stehen dort, wo Radler fuhren. Der Lieferverkehr hat drei eigene Ladezonen bekommen. Die Parkflächen sind dezent auf dem Boden markiert. Tagsüber gilt dort Halteverbot für andere Fahrzeuge.

Die Ampeln rund um den Kaiserplatz hat das Straßenverkehrsamt ausgeschaltet und mit Blenden versehen. „Ich war gefühlt der Einzige, der dort an der Ampel gewartet hat“, sagte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Die Straße könne jeder sicher überqueren, auch ohne an der Ampel auf Grün zu warten.

Kostengünstig

Den verkehrsberuhigten Geschäftsbereich einzurichten, sei „kostengünstig“ gewesen. Etwas Farbe auf den Boden, einige Schilder aufstellen, wenige Bordsteine absenken. „Wir wollten nicht eine große Lösung planen, und dann zehn Jahre auf die Umsetzung warten“, sagte Majer. An die neue Verkehrsführung würden sich die Verkehrsteilnehmer in der nächsten Zeit gewöhnen.

Prompt kommen Bürger zum Pressetermin und äußern Unzufriedenheit. „Das bringt doch nichts“, meint ein Fahrradkurier. Es müsste durchgehenden Fahrstreifen für Radler geben, statt wenige Radfahr-Symbole. Vorbildlich sei das auf der Hafenstraße gelöst. Das gehe leider nicht, sagte Dorothee Allekotte vom Straßenverkehrsamt. Die Straßenverkehrsordnung lasse Schutzstreifen in Tempo-30-Zonen nicht zu. „Wie sollen Radfahrer auf beiden Seiten der Straße durchkommen“, fragt ein Bürger. Wenn gleichzeitig Autos oder Laster auf der Friedensstraße fahren, sei der Straßenraum zu eng. Unzufrieden ist auch Michael Abt, Geschäftsführer des Weinhandels Frankhof. Er wünscht sich eine eigene Parkzone vor dem Geschäft, für Kunden und Weinlieferungen. „Wenn etwas nicht funktioniert, können wir nachsteuern“, beschwichtigt Majer.

Ein zweiter verkehrsberuhigter Geschäftsbereich ist schon geplant: in der Neuen Rothofstraße. Den soll der künftige Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) eröffnen. Er wird am Donnerstag im Stadtparlament gewählt.

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