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Verkehr Revisionsamt bemängelt „Defizite“

Die städtischen Prüfer nehmen den Bau der Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße auf der Eckenheimer Landstraße unter die Lupe - und sparen nicht mit Kritik.

U Bahnlinie 5
Die Linie U5 hält an der Haltestelle Musterschule, über die im Stadtteil lange gestritten wurde. Foto: Renate Hoyer

Der Bau der U-Bahn-Stationen auf der Eckenheimer Landstraße hat Anwohner und Gewerbetreibende monatelang genervt. Das Bauende verzögerte sich um sechs Wochen. Die Kosten stiegen um 50 Prozent auf 25 Millionen Euro. Am Ende musste Geschäftsführer Michael Budig die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) verlassen.

Knapp ein Jahr nach dem Ende der Arbeiten hat das städtische Revisionsamt den Bau der Haltestellen Musterschule und Glauburgstraße der Linie U5 überprüft und dabei „erhebliche Defizite bei der Lenkung und Steuerung des Bauprojektes“ festgestellt.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling zitierte am Dienstagabend im Verkehrsausschuss aus dem vertraulichen Bericht des Amtes, den er aus Datenschutzgründen nicht den Stadtverordneten vorlegte. Darin heißt es: Das „vergleichsweise kleine Projekt“ sei „aufgebläht“ gewesen mit zahlreichen externen Spezialisten – Planungsbüro, Bauüberwachung, Projektsteuerung. Trotz eines „Projekthandbuchs“ und einer „Managementrichtlinie“ hätten es die Verantwortlichen versäumt, den Fertigstellungstermin und die Kosten einzuhalten. „Es verbleibt der Eindruck, dass zahlreiche Verantwortlichkeiten und Aufgaben nicht klar geregelt waren“, moniert das Revisionsamt.

Der Aufsichtsrat habe in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Geschäftsführung der VGF solle bis Jahresende eine „Projektmanagementrichtlinie“ erarbeiten, die die Vorschläge des Revisionsamts aufnimmt, sagte Stadtrat Oesterling, der auch VGF-Aufsichtsratsvorsitzender ist. Zusätzlich zum Bericht des Revisionsamts liege ihm ein Kontrollbericht der Stadtwerke vor, aus dem er allerdings nicht zitierte.

Die VGF hatte die Stationen Musterschule und Glauburgstraße von März bis Oktober 2016 erneuern lassen. Im Boden fanden sich unter anderem nicht eingezeichnete Leitungen für Gas, Wasser und Telefon. In rund 210 Fällen wurden die Pläne geändert, was die Bauzeit verzögerte. Hinzu kam, dass die Ersatzbusse länger fuhren und der Müll aufwendig entsorgt werden musste. Die Kosten stiegen von 19 auf rund 25 Millionen Euro. Die aufgetretenen Defizite sollen mit der neuen „Projektmanagementrichtlinie“ abgearbeitet werden, kündigte Oesterling an. „Das soll so nicht mehr vorkommen.“

Unterdessen fordert eine Petition im Internet, die VGF solle die stillgelegte Station Neuer Jüdischer Friedhof wieder in Betrieb nehmen. Die Petition hat schon Hunderte Unterschriften gesammelt. Nach Angaben der VGF ist ein barrierefreier Neubau am Jüdischen Friedhof „frühestens für 2018“ geplant.

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