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Verkehr Mehr Autobahnspuren

Das Land meldet im Bundesverkehrswegeplan viele Projekte für den geplanten Ausbau des Autobahnnetzes im Frankfurter Osten an. Ausbaugegner üben daran scharfe Kritik. Sie bezeichnen den Ausbau von A 661 und A 66 als „skandalös“.

Im Verkehrswegeplan sind für die A 661 nach Offenbach drei Hauptspuren in jede Richtung angemeldet, plus Abbiegespuren. Foto: Christoph Boeckheler

Bürgerinitiativen kritisieren den geplanten Ausbau des Autobahnnetzes im Frankfurter Osten. Das hessische Verkehrsministerium hatte schon unter Florian Rentsch (FDP), dem Amtsvorgänger von Tarek Al-Wazir (Grüne), zahlreiche Projekte für den neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet. Demnach sollen alle Autobahnen rund um Frankfurt mehr Spuren erhalten.

Die Autobahn A 3 zwischen Limburg und Wiesbaden soll acht- statt sechsspurig werden. Der achtspurige Ausbau der A 3 zwischen dem Wiesbadener und dem Frankfurter Kreuz ist besonders hoch priorisiert. Von dort zum Offenbacher Kreuz sind zehn statt acht Spuren vorgesehen, weiter in Richtung Hanau acht Spuren. Die Autobahn A 5 soll vom Gambacher Kreuz bis Friedberg achtspurig werden. Von Friedberg bis zum Darmstädter Kreuz ist ein zehnspuriger Ausbau mit hoher Priorität vorgesehen. Die Autobahn A 66 von Wiesbaden (Schierstein) bis Frankfurt (Nordwestkreuz) soll durchgängig acht Spuren bekommen. Vom Nordwestkreuz bis zur Miquelallee will das Land die A 66 sechsspurig ausbauen. Im Osten Frankfurts soll die A 66 zwischen dem Dreieck Erlenbruch (fertig voraussichtlich 2021) und dem Hanauer Kreuz acht Spuren erhalten.

Die Autobahn A 661 soll laut Verkehrswegeplan vom Bad Homburger Kreuz bis zum Offenbacher Kreuz sechs Spuren bekommen, zwischen Bad Homburg und Hanauer Landstraße soll der Ausbau mit hoher Priorität erfolgen. Die Autobahn A 648 soll vom Katharinenkreisel bis zum Eschborner Dreieck sechsspurig werden.

Planungsstopp gefordert

Welche Autobahnen ausgebaut werden, und wann die Arbeiten beginnen, entscheiden die Bundestagsabgeordneten. Der Verkehrswegeplan wird im Haushalt verabschiedet.

Dass in den Plänen statt des Dreiecks Erlenbach ein „Dreieck Seckbach“ sowie eine „Anschlussstelle Seckbach“ aufgeführt sind, sei „fehlerhaft“ und auf die Planfeststellung für den Alleentunnel und die Alleenspange aus den 1980er Jahren zurückzuführen, teilte Ministeriumssprecher Wolfgang Harms auf Nachfrage mit. Die Abwicklung der alten Planfeststellung folge „in Kürze“.

Als „skandalös“ bezeichnete Friedhelm Ardelt-Theeck, Sprecher des Aktionsbündnisses unmenschliche Autobahn, den Ausbau von A 661 und A 66 im Frankfurter Osten. Wenn das Land die Pläne für den Alleentunnel abwickele, müsste es auch die Neubauabschnitte in die Planänderungen aufnehmen. Das Aktionsbündnis fordert den Stopp aller Planungs- und Bauvorhaben, bis die Stadt Frankfurt die Teil-Einhausung der A 661 vorgestellt habe. Die Bürgerinitiative Riederwald zweifelte die Verkehrsprognose 2025 an, auf deren Basis der Lärmschutz an den Autobahnen gründet. Es passe nicht zusammen, dass der Alleentunnel wegen „zu wenig Bedarf“ gestrichen werde, und gleichzeitig Autobahnen ausgebaut werden sollen.

Korrektur: Die Anmeldungen für den Bundesverkehrswegeplan 2015 hatte das hessische Verkehrsministerium unter Florian Rentsch (FDP) eingereicht, nicht unter dem amtierenden Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

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