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Verkehr in Frankfurt Tempo 30 bei Nacht funktioniert

Der Verkehrsversuch in Frankfurt mit Höchstgeschwindigkeit 30 auf einigen Hauptstraßen bringt spürbare Entlastung für die Anwohner. Das ergibt eine Studie, die der FR vorliegt.

Auf vier Hauptstraßen in Frankfurt gilt in der Nacht Tempo 30. (Symbolbild) Foto: Christoph Boeckheler

Der Verkehrsversuch „Tempo 30 bei Nacht“ verringert die gefahrene Geschwindigkeit auf den untersuchten Hauptstraßen und damit auch den Lärm. Das zeigt ein neuer Bericht des Straßenverkehrsamtes, der der Frankfurter Rundschau vorliegt.

Die Stadt hatte schon von Mai bis Juli vergangenen Jahres die Temporeduzierung auf den vier Hauptstraßen untersucht. Dies sind die Nibelungen- und Rothschildallee, die Eschersheimer Landstraße, Untermainkai/Mainkai/Schöne Aussicht sowie die Lange Straße. Geschwindigkeit und Schall wurden erfasst, Verkehrsteilnehmer und Anwohner befragt. Die Fahrtzeit wurde ermittelt und auch, ob Fahrzeuge auf Ausweichrouten auswichen. Die Untersuchungen erfolgten jeweils bei Tempo 50 und 30 mit und ohne Blitzerkontrollen.

Eine erneute Untersuchung von Tempo 30 in der Nacht ohne Kontrollen hat das Straßenverkehrsamt in einer Woche von April bis Mai dieses Jahres durchgeführt. Der nun vorliegende Bericht, der auch an die Stadtverordneten im Verkehrsausschuss versandt wird, zeigt, dass die gefahrene Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer um vier bis 14 Stundenkilometer zurückgegangen ist. Im Durchschnitt sind sie zwischen 41 und 47 Stundenkilometer gefahren. Das Straßenverkehrsamt empfiehlt daher „begleitende Maßnahmen“ wie „Überwachung, Geschwindigkeits-Displays, Öffentlichkeitsarbeit“.

Der Lärm hat sich um 2,8 bis 4,5 Dezibel verringert. Eine Reduzierung um drei Dezibel hört sich für das menschliche Ohr so an, als habe sich die Verkehrsmenge um die Hälfte reduziert. Die Fahrtzeit bei Tempo 30 hat sich um eine halbe bis etwas mehr als eine Minute verlängert. Das lässt sich laut Straßenverkehrsamt auf Stopps an Ampeln zurückführen. Deren Koordinierung habe „wesentlichen“ Einfluss auf die Reisezeit. Ein Ausweichen auf Schleichwege war nicht festzustellen. „Die Stadt sollte Tempo 30 bei Nacht dauerhaft einführen“, sagte Wolfgang Siefert, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, auf Anfrage.

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