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Verkehr in Frankfurt Ferien beginnen mit Bauarbeiten

Kaum haben die Sommerferien begonnen, beginnen auf Frankfurts Straßen und Schienen die Bauarbeiten. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) berichtet von 52 Baustellen

Baustellen in Frankfurt
Die große Zeit der Baustellenabschrankungen: Bauarbeiten prägen das Stadtbild in den Sommerferien noch mehr als sonst. Foto: dpa

Spätestens wenn die Sommerferien am Montag beginnen, müssen sich die Menschen in Frankfurt auf sehr viele Baustellen einstellen. Auf den Straßen, an den Schienen, unter der Erde. 52 Baustellen an der Zahl. „Eine übergroße Zahl“, findet Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Dafür seien in den Ferien rund „20 Prozent“ weniger Pendler unterwegs, und die Schüler müssten nicht in die Schule, was die Situation etwas entspanne, sagte Michaela Kraft, die das Straßenbauamt leitet.

Unter den Baustellen sind drei große, schwierige und langwährende, auf der Eschersheimer-, der Offenbacher- und der Hanauer Landstraße. Die Arbeiten laufen dort schon eine Weile.

Oesterling zog Zwischenbilanz: Auf der Eschersheimer, wo nach bis Oktober 2018 gebaut wird, habe es „unvorhergesehene Schäden beim Tausch von Gas- und Wasserleitungen gegeben“, berichtete er. Das verzögere die Bauzeit um drei Wochen. Er hoffe aber, den Zeitverlust noch aufholen zu können.

Im Juli macht das Straßenbauamt Pause beim einspurigen Umbau der Eschersheimer zwischen Hügelstraße und der Station Am Weißen Stein. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) übernimmt und sperrt den U-Bahn-Verkehr wegen Gleisbaus auf Frankfurts meistbefahrener Strecke. Rund 100 000 Fahrgäste am Tag müssten in Gelenkbusse umsteigen, zwischen Heddernheim und Dornbusch, wobei Oesterling hervorhob, dass so viele Fahrgäste gar nicht in die Gelenkbusse passten.

„Friedhof aus der Pest-Zeit“ entdeckt

Einen „Friedhof aus der Pest-Zeit“ habe die Baufirma bei der Erneuerung der Offenbacher Landstraße (bis Februar 2018) entdeckt, sagte Oesterling weiter. Dieser müsse geborgen und anschließend wieder vergraben werden, an anderer Stelle. Die Überreste würden nicht erhalten, Grabbeilagen seien nicht entdeckt worden.

Die Hanauer Landstraße gilt als Sorgenkind unter den Großbaustellen. Zehntausende Autofahrer stünden hier morgens im Stau, teilweise 45 bis 60 Minuten, sagte Oesterling. Auch das Drehen an der Ampelschaltung habe diese Situation nicht verändert. Wie er ausführte, seien „nicht verzeichnete Versorgungsleitungen“ entdeckt worden. Um den Zeitverlust auszugleichen, müsse die Baufirma nun nachts arbeiten, bis 21. Juli.

Das alles wird nicht ganz billig. 4,45 Millionen koste die Eschersheimer, 3,1 Millionen die Hanauer, zehn Millionen Euro die Offenbacher Landstraße.

Insgesamt gebe das Straßenbauamt jedes Jahr „60 bis 80 Millionen Euro“ für Neubau und Sanierung aus, sagte Amtsleiterin Kraft. In diesem Jahr hätten die Stadtverordneten den Etat für den Unterhalt der Straßen um 2,5 Millionen Euro erhöht.

„Das Baugewerbe boomt“, sagte Kraft. Das führe zu der „neuen Situation“. Das Amt müsse Aufträge mehr als einmal ausschreiben, weil sich keine Baufirmen bewerben würden. Wenn sich eine Firma melde, verlange sie höhere Preise, als die Stadtverordneten zunächst bewilligt hätten.

So sei es zu den „Mehrkostenvorlagen“ beim barrierefreien Umbau der Haltestellen Daimlerstraße, Dieselstraße, Hugo-Junker-Straße gekommen, sagte Oesterling. Die Kosten für den Umbau der Haltestellen auf der Tramlinie 11 hatten sich verdoppelt. Die Leiter der einzelnen Baubezirke des Straßenbauamtes hoben die Arbeiten auf der Mainzer Landstraße, dem Berkersheimer Weg, der Elisabethenstraße/Paradiesgasse und den Neubau der „Neckermannbrücke“ auf der Hanauer Landstraße hervor. Die Neckermannbrücke entsteht von November 2017 bis März 2018 neu. Stadtauswärts fällt eine Spur weg, dafür gibt es eine Umleitung durchs Gewerbegebiet.

Breitere Gehwege, Radspuren und 14 Bäume bekommt die Elisabethenstraße/Paradiesgasse (21.8.2017 bis Oktober 2018). Eine Spur fällt weg.

Die Mainzer Landstraße bekommt von Hausnummer 323 bis zur Kreuzung mit der Kleyerstraße eine neue Decke (29.7.-5.8). Der Berkersheimer Weg erhält lärmmindernden Asphalt (3.7.-11.8) zwischen Ebereschenweg und Kreuzung Homburger Landstraße.

Im Sommer haben auch die VGF, die Netzdienste Rhein-Main, die Deutsche Bahn und Hessen Mobil eigene Baustellen angekündigt. Von den 52 Sommer-Baustellen sollen 14 Stück bis September abgeschlossen sein, sagte Kraft. Im Herbst stünden weitere Arbeiten an.

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