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Verdi-Warnstreik So trifft der Streik Frankfurt am Freitag

Der Warnstreik im Öffentlichen Dienst trifft in Frankfurt den Nahverkehr, Müllabfuhren und Städtische Bühnen. In Offenbach bleiben die Kitas zu.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst - Hannover
Verdi fordert sechs Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigen im öffentlichen Dienst. Foto: Hauke-Christian Dittrich (dpa)

Vom Warnstreik im öffentlichen Dienst sind am Freitag Frankfurt und Offenbach sowie Städte und Kreise in der Region betroffen. In Frankfurt fallen von morgens bis abends alle Straßenbahnen und U-Bahnen aus. Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 2000 Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. 

„Das Bestreiken der U-Bahn als Rückgrat des Nahverkehrs wird viele Fahrgäste schmerzhaft treffen“, teilte die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq mit. Fahrgäste sollen auf S-Bahnen, Regionalzüge und Busse umsteigen. Vom Ausfall betroffen sein könnte die Buslinie 103 von Offenbach nach Bornheim.

Vor der dritten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April in Potsdam erhöht die Gewerkschaft Verdi mit den Streiks seit Dienstag den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber. Tatsächlich ist in Frankfurt sogar die gesamte Stadtverwaltung mit ihren rund 13 000 Mitarbeitern zum Warnstreik aufgerufen. „Wir rechnen mit einigen Tausend Teilnehmern bei der Demonstration in Frankfurt“, sagte Verdi-Sprecherin Ute Fritzel. Bestreikt wird neben der Stadtentwässerung auch die Müllabfuhr.

„Wir rechnen mit erheblichen Auswirkungen“, sagte Stefan Röttele, Sprecher der Frankfurter Entsorgungsbetriebe FES. Die meisten Tonnen mit Hausmüll blieben voraussichtlich stehen, der Sperrmüll liegen. Schadstoffe würden nicht entsorgt, Straßen nicht gereinigt. Die Wertstoffhöfe sollen aber geöffnet bleiben, und der Schultransport für behinderte Kinder finde statt. Der Müll soll in der kommenden Woche nachentsorgt werden.

Das Schauspiel Frankfurt streicht am Freitag die Aufführung „Kampf des Negers und der Hunde“. Die für Freitag geplante Premiere von „Emilia Galotti“ wird auf Samstag verschoben. Am Samstag entfällt dafür „Romeo und Julia“. Die Oper Frankfurt führt „Das Rheingold“ am Freitag nur konzertant auf. Vom Streik betroffen sind zudem das Klinikum Höchst, die Praunheimer Werkstätten, der Verein Arbeits- und Erziehungshilfe, die AWO Hessen-Süd, die orthopädische Klinik Friedrichsheim und die Heilig-Geist-Klinik. Die Demonstranten ziehen am Morgen zum Roßmarkt, wo die Verdi-Kundgebung um 11.15 Uhr beginnt.

In Offenbach bleiben die Kitas geschlossen. Der Eigenbetrieb Kindertagesstätten EKO hat die Eltern bereits informiert. Einige Kitas bieten Notfallplätze an. Zum Streik sind die gesamte Stadtverwaltung Offenbach und die des Kreises Offenbach in Dietzenbach sowie das Jobcenter Main-Arbeit aufgerufen.

Verdi fordert sechs Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigen im öffentlichen Dienst, mindestens 200 Euro pro Monat; außerdem 100 Euro mehr pro Monat für Auszubildende und Praktikanten sowie die Verpflichtung, Azubis nach dem Abschluss zu übernehmen. „Der von den Gewerkschaften geschürte Konflikt setzt weniger die Arbeitgeberseite als die Bevölkerung unter Druck“, teilte der kommunale Arbeitgeberverband VKA mit.

Als Knackpunkt gelten die 200 Euro mehr im Monat. „Wir hoffen auf einen Kompromiss“, sagte der Frankfurter Personaldezernent Stefan Majer (Grüne), der als Vertreter der kommunalen Arbeitgeber nach Potsdam reist. Für die Stadtkasse würde eine Gehaltserhöhung um ein Prozent rund drei Millionen Euro an zusätzlichen Ausgaben pro Jahr bedeuten. 

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