Lade Inhalte...

„Veggie-Day“ Frankfurt Fleischlos glücklich

Am Frankfurter „Veggie-Day“ werben Restaurants und Bäckereien für ihr vegetarisches Sortiment. Die Stadt Frankfurt und das Netzwerk „Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt“ wollen mit der Aktion zeigen: Wer weniger Fleisch isst, tut etwas für die Umwelt.

26.09.2013 07:59
Miriam Binner
Wer frisches Gemüse isst, tut etwas für die Umwelt. Denn es verursacht sehr viel weniger Kohlenstoffdioxid als Fleisch. Foto: Michael Schick

Am Frankfurter „Veggie-Day“ werben Restaurants und Bäckereien für ihr vegetarisches Sortiment. Die Stadt Frankfurt und das Netzwerk „Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt“ wollen mit der Aktion zeigen: Wer weniger Fleisch isst, tut etwas für die Umwelt.

Johannisbeerkuchen, Ananassorbet – das klingt zunächst nach einer ganz gewöhnlichen Nachspeise. Aber die Leckereien können mehr – es gibt sie nämlich auch in vegan. Und zwar in Frankfurter Bäckereien und Eisdielen. Am Mittwoch haben sie ihre Kunden auf das spezielle Sortiment hingewiesen – denn es war „Veggie-Day“.

Der vegetarische Tag soll darauf aufmerksam machen, dass man viel für die Umwelt tun kann, wenn man seltener Fleisch isst. „Das muss man mehr ins Bewusstsein rücken“, sagt Monika Krocke, Organisatorin der Aktion. Veranstaltet wird der Veggie-Day vom Netzwerk „Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt“ und der Stadt Frankfurt. Dieses Jahr findet er zum zweiten Mal statt. Krocke sieht vor allem das Thema vegane Ernährung immer mehr im Kommen.

Claus Weber teilt die Einschätzung: „Die Leute lieben veganes Eis.“ Er hat am Mittwoch sehr viel Kundschaft in seiner Eisdiele. „Das Eis“ liegt in der Hasengasse, nahe dem Dom. Eine Kundin probiert das vegane Ananassorbet. „Sehr lecker“, lautet ihre Einschätzung. Das Sorbet bestehe laut Weber nur aus Fruchtpüree und Wasser, es komme also ganz ohne Milchpulver aus. Für die Eissorten, in denen Milch enthalten ist, werde zur Herstellung nur Bio-Frischmilch verwendet.

Ellen Binder hat sich für die Sorte Haselnuss entschieden. Eine gute Wahl, so ihr Urteil. Ihr Besuch in der Eisdiele hat allerdings nichts mit dem Veggie-Day zu tun. Denn davon habe sie gar nichts gewusst: „Dafür sollte man besser Werbung machen, dann hätte ich heute auch keine Fleischwurst gegessen.“

Auch Sonja Forchheim hat noch nichts vom Veggie-Day gehört. Zu Mittag isst sie eine Portion Pommes. Die hat sie sich bei einer Wurstbude auf der Zeil gekauft. Sie findet, dass jeder für sich entscheiden sollte, ob er sich vegetarisch ernähren möchte. „Jeder wie er will“, sagt sie. Diese Meinung vertritt auch Gerhard Eller: „Diese messiashafte Verbesserungssucht ist nicht gut.“ Als freiwillige Ergänzung findet er den Veggie-Day aber durchaus sinnvoll.

Er ist also zufällig genau im richtigen Restaurant gelandet. Denn das „Table“ auf dem Römerberg bietet jeden Mittag ein vegetarisches Gericht an. Zum Veggie-Day am Mittwoch gibt es Perlgraupen, zubereitet wie eine Art Risotto, mit gebratenen Pfifferlingen und Blattspinat. Mittags wählt mehr als die Hälfte der Gäste das vegetarische Gericht, so der Küchenchef Chris Keylock. Er ist sogar selbst Pescetarier. Das heißt er isst Fisch, verzichtet aber auf Fleisch. „Wir haben einen großen Zulauf an Vegetariern“, sagt Keylock. Nur am Veggie-Day bleiben sie bisher aus. Zur Mittagszeit hat noch kein Gast das vegetarische Gericht bestellt.

Auch vegane Kost schmeckt

Die Bäckerei Kahl in der Nähe des Frankfurter Zoos kann sich nicht über zu wenig Kundschaft beschweren. Vom veganen Johannisbeer-Streuselkuchen hat Janine Ranacher schon einige Stücke verkauft. Seit dem Frühjahr bietet die Bäckerei auch veganes Gebäck an – täglich eine andere Sorte.

„Viele Leute haben Vorurteile“, sagt Ranacher. Sie denken oft, dass veganer Kuchen nicht schmecke. Dabei sei es gerade für Allergiker die einzige Möglichkeit, überhaupt Gebäck zu essen. Statt Butter wird dann zum Beispiel Margarine verwendet. Die Eier könne man einfach weglassen. Laut Ranacher mache das überhaupt keinen Unterschied. Eine ihrer Kundinnen war da allerdings noch eher skeptisch: „Nein, das glaube ich nicht. Das muss ich mal probieren.“

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum