Lade Inhalte...

Vegane Kita Die Kita für Veganer kommt

In Frankfurt öffnet im Sommer eine vegane Kindertagesstätte. Das Bildungsdezernat stimmt dem Betrieb zu. Das Interesse von Eltern ist groß, nicht alle leben vegan.

Kita
Kita-Kinder (Symbolfoto). Foto: dpa

Mit „Mokita“ entsteht in der Bockenheimer Schloßstraße die erste vegane Kita der Stadt. 40 Kinder sollen ab Sommer in der neuen Kindertagesstätte betreut werden. Die vegane Ernährung in der Kita hatte bereits für kontroverse Diskussionen gesorgt. Um offene Fragen zu klären und Sorgen sowie Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, kamen Vertreter des Dezernats Integration und Bildung am Montagabend zur Sitzung des Ortsbeirats für Bockenheim, Westend und Kuhwald. Auch Mokita-Mitinitiator Lucien Coy war anwesend. 

Rüdiger Niemann, Referent des Bildungsdezernats, erklärte: „Eine Ablehnung der Betriebserlaubnis für die Kita aufgrund der Ernährung ist nicht möglich.“ Seiner Ansicht nach habe es bisher jedoch keinen Träger gegeben, der sich derart bewusst mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt habe. Zudem werde es in der Kita auch einen professionellen Koch, Ernährungswissenschaftler und viele Themenabende geben.

Zusatzmittel gibt es auch nicht

Nahrungsergänzungsmittel, die Veganer beispielsweise aufgrund von Mangel an Eisen oder Vitamin B12 einnehmen können, werden den Kindern nicht in der Kita verabreicht. Eltern müssten schriftlich versichern, dass sie die Nahrungsergänzung zu Hause vornehmen. „Warum kann man das denn nicht in der Kita machen?“ fragte eine Zuhörerin. „Weil der überwiegende Teil der interessierten Eltern gar nicht vegan lebt“, erklärte Mokita-Mitinitiator Lucien Coy. 

Es gebe schlichtweg keine Nachfrage von 40 vegan lebenden Kindern. Eine Verabreichung der Mittel könne bei Kindern, die auch tierische Produkte zu sich nehmen, zu einer Überdosierung führen, erklärte Coy. „Ich habe in der Zeitung gelesen, dass die Kinder nicht in den Zoo gehen dürfen,“ bemerkte ein Bürger. „Wir gehen nicht in den Zoo, das ist richtig. Das ist unserer Meinung nach aber verschmerzbar. Und Eltern, die das mit ihren Kindern machen möchten, können dies ja tun,“ entgegnete Coy. 

Auf die Sorge, dass die Kinder ausgegrenzt würden, erklärte er: „Wir verteufeln den Zoo ja nicht. Zudem sprechen wir nicht nur über vegane Ernährung. Unser Konzept beinhaltet wichtige Werte wie Toleranz und Offenheit.“ Die Initiatoren – Eltern, die ihre Kinder vegan ernähren –, hatten sich 2013 mit ihrem Konzept um das Projekt „Sofortprogramm Kinderbetreuung“ beworben. „Meine Kinder betrifft das Ganze gar nicht mehr,“ so Coy. „Aber ich habe viel Zuspruch bekommen und möchte einfach weiter dafür kämpfen, dass Kinder in eine vegane Kita gehen können.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen