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US-Generalkonsulat Diplomatie in Zeiten Trumps

Die neue US-Generalkonsulin Patricia Lacina stellt sich in ihrer Residenz Hunderten Gästen vor.

Patricia Lacina
Patricia Lacina freut sich auf viele Gespräche. Foto: Peter Jülich

Diplomaten sind anders. Patricia Lacina beispielsweise kann die drei großen Feste kaum erwarten, bei denen sich die neue US-Generalkonsulin Hunderten von Gästen vorstellen wird. „Darauf freue ich mich“, sagt sie lächelnd und lässt die harte Arbeit unerwähnt, die solche Empfänge eben auch sind. So wird sie beispielsweise am heutigen Freitagabend im großen Garten ihrer Residenz viele Menschen begrüßen, allen die Hände schütteln und mit möglichst vielen kurz sprechen. Wenige Wochen nach ihrer Ankunft in Frankfurt ist das ihr erster großer öffentlicher Auftritt. 

Untätig war sie bisher nicht. Sie arbeitet sich ein. Zum einen lernt sie das Generalkonsulat Frankfurt kennen, das sie leitet. Es ist mit etwa 1000 Beschäftigten das größte weltweit. Zum anderen hat sie bereits mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und dem hessischen Regierungschef Volker Bouffier „interessante Gespräche“ geführt. Weitere Treffen dieser Art werden folgen. Schließlich ist sie nicht nur für Hessen und das Nachbarland zuständig, sondern zusätzlich für Baden-Württemberg und das Saarland. 

Patricia Lacina muss also mit ganz unterschiedlichen Menschen über alles Mögliche sprechen können, mit Politikern und Managern genauso wie mit Vertretern der Zivilgesellschaft und den Beschäftigten des Konsulats. Kein Wunder also, dass Diplomaten anders reden und Fragen hin und wieder überraschend beantworten. 

Auf die immer wiederkehrende Behauptung, im US-Generalkonsulat arbeite auch der US-amerikanische Geheimdienst, reagiert sie gelassen. „Das werde ich immer gefragt, egal wo ich bin.“ Sie arbeitete bereits in Moskau, Kairo, Nairobi, Bogota, Buenos Aires, Mexico City, Wien und Brüssel. 

Angesprochen auf die Politik von US-Präsident Donald Trump und die teilweise belasteten deutsch-amerikanischen Beziehungen sagt sie nicht minder gelassen, bei vielen Themen gehe Trump einfach anders vor. Schon US-Präsident Barack Obama habe beispielsweise darauf hingewiesen, dass die Lasten innerhalb der Nato anders verteilt werden müssten. 

Etwas weniger gelassen wirkt sie, als sie erzählt, dass es für viele Kolleginnen und Kollegen nicht leicht gewesen sei, als Präsident Trump ins Amt kam und lange Zeit unzählige Stellen im Außenministerium nicht besetzen ließ. Viele Diplomaten haben demnach bis zu einem Jahr gewartet, bis sie eine neue Aufgabe erhielten. „So ist das, wenn du Teil des Systems bist“, sagt sie dazu nur. 

Ihre Gelassenheit dürfte auch Folge ihrer Erfahrung sein. Sie arbeitete bereits für fünf Präsidenten (George Bush, Bill Clinton, George W. Bush, Obama und Trump) und hat in dieser Zeit viel erlebt. So war sie 2011 in Kairo mit dafür verantwortlich, dass alle ihre Kolleginnen und Kollegen unversehrt die politischen Tumulte hinter sich lassen konnten. „Das war nicht ganz einfach“, erinnert sie sich. 

Deutlich fröhlicher spricht sie über ihre Familie. Ihr Mann ist ebenfalls Diplomat und in Mailand stationiert. „Da bin ich in Frankfurt jetzt näher bei ihm“ als vor wenigen Wochen, als sie noch in Washington war. Ihre Tochter studiert an der University of Pennsylvania in Philadelphia „und hat mich vor ein paar Tagen besucht“, erzählt sie freudestrahlend.

Wenn Patricia Lacina über ihre Mutter, eine Farmerin im US-Bundesstaat Iowa, spricht, wird deutlich, dass Diplomaten sich auch mit einfachen Problemen herumschlagen müssen. „Sie kann nicht verstehen, was ich arbeite.“ Aus ihrer Sicht redet Patricia Lacina immer nur. 

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