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Unwetter in Frankfurt Starker Wind lässt Bäume umstürzen

Wegen des starken Windes muss die Frankfurter Feuerwehr zu fünf Einsätzen ausrücken. Umgestürzte Bäume blockieren den Verkehr, Bauzäune werden weggeweht.

Unwetter in Frankfurt
Die Reste der am Dienstag in Sachsenhausen umgestürzten Rosskastanie. Foto: peter-juelich.com

Das Geräusch sei das Schlimme gewesen, sagt Irmgard Wernuth, nicht der Aufprall. Die Rentnerin schaut am Dienstagabend gerade Fernsehen in ihrer Erdgeschosswohnung, als der Wind immer stärker durch ihre Straße Unter den Kastanien in Sachsenhausen rauscht. So stark, dass schließlich gegen 20 Uhr die Wurzeln der 15 Meter hohen Rosskastanie, die direkt gegenüber Wernuths Wohnung steht, aus dem Boden gerissen werden. Der über 70 Jahre alte Baum kippt und kracht gegen die Fassade des Miethauses. Ein Auto, das direkt vor dem Baum geparkt ist, fängt den Sturz etwas ab. 

„Können Sie sich vorstellen, wie das war?“, fragt Wernuth. „Erst der Aufprall und dann das Geräusch, wie die Äste zerbrechen, weil der Wind den Baum weiter an die Hauswand drückt?“ 

Die umgestürzte Rosskastanie in Sachsenhausen war nicht das einzige Problem, mit dem die Frankfurter Feuerwehr sich am Dienstagabend befassen musste. Insgesamt mussten die Rettungskräfte wegen starker Windböen zu fünf Einsätzen ausrücken. Auf der Autobahn 5 versperrte ein umgekippter Baum eine Ausfahrt, in der Offenbacher Landstraße blockierte ein Ast die Oberleitung einer Straßenbahnlinie. Dazu kamen zwei weitere Einsätze wegen weggewehter Bauzäune. 

Vor dem Haus von Irmgard Wernuth dauerten die Aufräumarbeiten, bei denen auch ein Kran zum Einsatz kam, laut einem Sprecher der Feuerwehr bis nach Mitternacht. Wie hoch der entstandene Schaden ist, kann bisher niemand abschätzen.

In der Straße gibt es unterdessen Mutmaßungen, wie es zu der Entwurzelung des Baumes kommen konnte. Anfang vergangenen Jahres hatte es umfangreiche Arbeiten an der Kanalisation der Straße gegeben, bei denen laut einem Anwohner auch beträchtliche Teile der Wurzeln der Bäume entfernt wurden. „So ist es ja kein Wunder, dass die irgendwann umkippen“, sagt der Mann. 

Diese Erklärung wird von der Stadt zumindest auch für denkbar gehalten. Ein Risiko könne bei Baumaßnahmen nie ausgeschlossen werden, sagt Bernd Roser vom Grünflächenamt. „Ein externer Gutachter hatte damals die Bauarbeiten begleitet, wir recherchieren da jetzt“, sagt Roser. Eine andere Ursache sei aber wahrscheinlicher: „Wir haben einen Brandkrustenpilz in dem Baum gefunden.“ Dieser Pilz fresse sich durch die Wurzeln und verursache dort häufig eine Fäule, die man von außen nicht erkennen könne. Der Baum werde dadurch destabilisiert. „So sind wir vom Amt der Meinung, dass der Schaden nicht vorhersehbar war“, sagt Roser. „Wir arbeiten mit der Natur, da hat man keine hundertprozentigen Sicherheiten.“

Die Stadtbäume, die alle registriert sind, werden in der Regel jährlich vom Grünflächenamt auf Schäden kontrolliert. Die am Dienstag umgestürzte Kastanie wurde zuletzt im August vergangenen Jahres untersucht.

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