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Unterstützung für Museen und andere Häuser 8000 Freunde sollt ihr sein

Wie Mäzene und Förderer der Kultur helfen - im Städel und in anderen großen Museen.

Baumstudie
Oelzes „Baumstudie“ von 1927, Tusche und Kreide. Foto: Michael Schick

Was sich da tut auf dem internationalen Kunstmarkt, verfolgt Alexander Eiling mit ziemlicher Distanz. Die geradezu irrwitzige Explosion der Preise bei Auktionen, die Phantasie-Summen, für die Werke den Besitzer wechseln. „Kein deutsches Museum kann sich mehr einen Monet für 60 Millionen Euro leisten“, sagt der Sammlungsleiter Kunst der Moderne des Städel Museums in Frankfurt.

Nein, die Fachleute in den Museen konzentrieren sich darauf, mit Hilfe von Sponsoren und Mäzenen ihre Sammlungen geduldig auszubauen. „Alles, was wir tun, müssen wir zu 80 Prozent selbst erwirtschaften, nur zu 20 Prozent bekommen wir öffentliches Geld“.

Eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei der Städelsche Museumsverein, der schon seit Jahren von Sylvia von Metzler geführt wird, der Ehefrau des Frankfurter Bankiers und Ehrenbürgers Friedrich von Metzler. Dieser „Freundeskreis“ mit mittlerweile mehr als 8000 Mitgliedern fördert das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung „finanziell und ideell“.

Als seine größte Aufgabe sieht es der Verein an, die Sammlungen beider Häuser „durch den Erwerb wichtiger Kunstwerke zu erweitern“. Viele wichtige Vertreter der Wirtschaft sind Mitglied im Museumsverein. Wie viel Geld er jedes Jahr sammelt, ist ein gut gehütetes Geheimnis: Über Geld spricht man nicht.

Im Jahre 2007 wurde dann das „Städel Komitee 21. Jahrhundert“ ins Leben gerufen. Es hat die Aufgabe, dem Haus einen kontinuierlichen Ausbau seiner Sammlung von Werken der Gegenwartskunst zu ermöglichen. Es besteht aus etwa 45 „Privatpersonen“, die „eine besondere Leidenschaft für Kunst der Gegenwart“ teilen. Allein dieser Kreis machte es dem Städel möglich, bereits 159 Arbeiten der Gegenwartskunst zu erwerben.

Auch andere Museen haben Unterstützerkreise

Aber auch andere große Museen in Frankfurt verfügen über Unterstützerkreise, in denen sich Sponsoren und Mäzene engagieren. So gibt es bereits seit 1991 die „Freunde des Museums Moderne Kunst (MMK)“. Vorsitzender des Vorstandes ist der Bad Homburger Milliardär Stefan Quandt, stellvertretender Vorsitzender ist der Immobilien-Projektentwickler Ulrich Höller, der in Frankfurt unter anderem das MainTor-Quartier verwirklicht hat. Die Freunde möchten „dem Museum die nötige Flexibilität geben, um seiner Aufgabe als Museum der Gegenwartskunst nachzukommen“.

Das Museum Angewandte Kunst wird vom Kunstgewerbeverein unterstützt, der im Jahre 1881 das Haus in Frankfurt auch gegründet hatte. Heute zählt der Verein mit zwei Tochtergesellschaften rund 600 Mitglieder und hilft dem Museum „finanziell und ideell“. So konnte etwa im Jahre 2012 mit seiner Hilfe die Sammlung Riese angekauft werden, die 180 japanische Farbholzschnitte umfasste.

Aber auch kleinere Kulturinstitutionen besitzen mittlerweile Unterstützerkreise. Das gilt etwa für das Fotografie Forum Frankfurt, das in der Szene international einen erstklassigen Namen besitzt. Seit mehr als 25 Jahren gibt es hier bereits einen Förderkreis, der inzwischen mehr als 300 Mitglieder zählt.

Immer wieder werden prominente Wirtschaftsvertreter für die Kultur aktiv. Am 21. Oktober 1998 gründete der damalige Vorstandsvorsitzende der Flughafengesellschaft Fraport, Wilhelm Bender, den „Förderverein Petrihaus“. Mit Hilfe von Spendern wollte er das ehemalige Refugium von Georg Brentano (1775-1851) aus der Dichterfamilie Brentano am Nida-Ufer in Rödelheim vor dem Verfall retten und zu einem Kulturzentrum gestalten. Das gelang auch.

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