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Unterliederbach Ein Leben für die Feuerwehr

Seine Arbeit fesselt Gunter Renner bis heute. Als Ausbilder gibt der Feruerwehrmann seine Leidenschaft weiter und erhält für sein Engagement jetzt die Bürgermedaille.

22.02.2016 12:02
André Daub
Gunter Renner ist ein leidenschaftlicher Wehrmann. Foto: Peter Jülich

Es war 1977 und Gunter Renner mit dem Rad unterwegs. Der 17-Jährige war auf dem Nachhauseweg und im ersten Lehrjahr der Freiwilligen Feuerwehr Unterliederbach. „An einer Kreuzung hat es gekracht“, erinnert er sich. „Ich habe einige Passanten zusammengetrommelt und bin auf die beiden Unfallautos zugerannt.“

Gemeinsam haben sie die Verletzten aus ihren Autos geborgen und sie an der Unfallstelle betreut. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, das Gesicht eines Geretteten zu sehen und die Dankbarkeit zu spüren“, beschreibt Renner den Höhepunkt seiner Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr Frankfurt. 40 Jahre sind das nun schon. „Da entsteht ein inneres Band.“

"Als Bürger wertgeschätzt"

Der heute 55-Jährige sitzt im Aufenthaltsraum der Freiwilligen Feuerwehr in Nied, wo er sich seit 2008 engagiert. Zuvor war er 32 Jahre lang bei der Unterliederbacher Wehr Mitglied. Damals bei dem Verkehrsunfall sei ihm klar geworden, dass er seine Berufung gefunden habe, sagt er. 1990 hat sich Gunter Renner bei der Berufsfeuerwehr im Industriepark Höchst beworben. Ein Leben für die Feuerwehr – ein Engagement unter anderen, für das er nun mit der Bürgermedaille belohnt wurde.

„Diese Ehrung hat mich sehr bewegt“, erinnert sich Renner an die Zeremonie im Limpurgsaal des Römer. Sie sei etwas besonderes gewesen. „Ich wurde dort nicht nur als Feuerwehrmann, sondern auch als Bürger wertgeschätzt.“ Schon in der Schule ist er Klassensprecher gewesen, später Elternbeirat und Schulelternbeiratsvorsitzender. Zehn Jahre war er zudem ehrenamtlich als Schöffe tätig.

Zwischen Einsatzwagen und Tischkicker

Nichts fesselt ihn aber so sehr wie die Arbeit für die Feuerwehr. Gunter Renner denkt an die Hilfe, die er geflüchteten Menschen geben konnte. „In der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Hilfsorganisationen haben wir die Neuankömmlinge versorgt und die Unterkünfte hergerichtet“, schildert er. Seit 2003 ist Gunter Renner Kreisausbilder bei der Freiwilligen Feuerwehr Frankfurt. Ihm gefalle es sehr, das Erlebte und Erfahrene weiterzugeben. Heute brauche es aber mehr als nur Einsatzwagen und Material, um die Jugend für die Feuerwehr zu begeistern. „Da müssen wir schon einiges aufbieten“, sagt er und deutet lachend auf einen hinter ihm stehenden Tischkicker.

Vom Kassenwart und Kreisausbilder bis zum Stellvertretenden Wehrführer und Stadtbrandinspektor hat er so beinahe jedes Amt bei der Feuerwehr bekleidet. „Ich wusste von Anfang an, dass ich die Ambition habe, mehr zu machen als die meisten“, sagt Gunter Renner. Er ist sich sicher, dass es in der Stadt viele Menschen gibt, die sozial einiges bewirkt haben. „Nur für die Bürgermedaille muss man auch vorgeschlagen werden“, spricht Gunter Renner über seinen Weg zu der Auszeichnung. Das widerfahre wenigen.

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