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Universitätsklinikum Erste Hilfe für Puppe und Teddy

In der Teddyklinik im Frankfurter Universitätsklinikum werden kranke Stofftiere professionell verarztet. Den Kindern soll so die Angst vor dem Krankenhaus genommen werden.

02.06.2016 17:39
Nadine Benedix
Teddydocs im Einsatz: Nach dem Röntgenbefund wird die Leticias Puppe ein Gips angelegt. Foto: Andreas Arnold

Fischi hat sich beim Bärenkampf den Arm gebrochen. Er wollte eigentlich ein paar Fische fangen, die sind nämlich sein Lieblingsessen. Dann kamen andere Teddybären und wollten ihm sein Mittagessen wegnehmen. Beim Gerangel verletzte sich Fischi. Nun wird der Plüschbär der kleinen Lina in der Teddyklinik im Frankfurter Universitätsklinikum versorgt. Nach einer Röntgenaufnahme, kommt er auf den OP-Tisch und Lina kann ihm gemeinsam mit Medizinstudentin Dr. Ted. Larissa einen Verband anlegen. Lina ist gemeinsam mit ihrer Kindergartengruppe aus dem Kinderladen Weberstraße im Frankfurter Nordend zur Teddy-klinik gekommen. Organisiert wird diese von Dienstag bis Freitag von Medizinstudenten auf dem Gelände der Uniklinikums.

„Bei der Teddyklinik geht es uns darum Kindern spielerisch die Angst vorm Krankenhaus, besonders vor dem OP zu nehmen“, sagt Andreas Böhmer, einer von fünf Studenten im Organisationsteam der Teddy-Klinik. Etwa 100 Medizinstudenten beteiligen sich am Projekt. Besonders für Studenten, die noch am Anfang des Studiums stehen, sei die Teddyklinik eine gute Möglichkeit sich auf Ängste von jungen Patienten einzustellen. Die Idee ein Krankenhaus für Plüschtiere zu eröffnen stammt aus Skandinavien. 2008 wurde die Stofftierversorgung zum ersten Mal in Frankfurt angeboten. Damals ließen etwa 400 Kinder ihre Plüschtiere versorgen. Dieses Mal meldeten sich nun schon 1500 besorgte Teddybesitzer zwischen drei und sechs Jahren an. Die Kinder kommen gemeinsam mit ihren Kitagruppen zur Klinik. Trotz viertägigem Angebot mussten einige Gruppen wegen zu hoher Nachfrage ablehnt werden.

Kinder können das Krankenhaus kennenlernen

Neben der Stofftierversorgung können die Kinder auch einen Krankenwagen der Malteser von innen begutachten. Nach der erfolgreichen Behandlung können die Kinder nicht nur mit einem heilen Teddy, sondern auch mit gesunder Naturmedizin für ihren Patienten nach Hause gehen. In einer Verpflegungstüte, gespendet von der Kinderhilfestiftung, finden sich Vitamine in Form von Äpfeln und Bananen sowie Gummibärchen. Dazu gibt es in diesem Jahr einen Spielkameraden für die Plüschpatienten: Die Stiftung Giersch verschenkt „Trostbären“ für jedes Kind.

Der Direktor der Kinderklinik Thomas Klingbiel hält das Projekt für sinnvoll:„In der Teddyklinik können Kinder das Krankenhaus kennenlernen.“ Medizinstudent Andres Böhmer zufolge sind einige der Stofftierbesitzer später auch schon selbst in der Kinderklinik gelandet „Die Kinder erzählten mir, dass ihr Teddy ihre Krankheit auch schon mal hatte“, so der angehende Kinderarzt. Bei der kleinen Lina hat der Besuch jedenfalls gewirkt: „Wenn ich schlimm krank werde habe ich trotzdem noch Angst. Aber ich denke, die Leute hier können mir helfen; so wie meinem Fischi.“

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