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Uniklinik Frankfurt Uniklinik schafft Werte

Ein Gutachten soll Auskunft über die wirtschaftliche Bedeutung der Hochschulmedizin in Frankfurt geben. Die Uniklinik kämpft gegen ihr schlechtes Image an.

Die Uniklinik will ihre Daseinsberechtigung beweisen. Foto: Michael Schick

Die Uniklinik Frankfurt kämpft gegen das Image, den Steuerzahlern auf der Tasche zu liegen. „Wir wollen positiv wahrgenommen werden, denn wir schaffen zusätzliche Werte“, sagt Josef Pfeilschifter, Dekan am Fachbereich Medizin. Als Beweis zitiert er aus den Ergebnissen des neuen „Wertschöpfungsgutachtens“, das der Fachbereich mit dem Klinikum in Auftrag gegeben hat. Demnach ist die Einrichtung von hoher wirtschaftliche Bedeutung. Von jedem Euro, den das Land investiert, fließen demnach mehr als 2,70 Euro in die öffentlichen Kassen zurück.

Die Uniklinik ist auch ein großer Arbeitgeber: Auf jeden der 4100 Hochschulmedizin-Mitarbeiter kommen weitere 1,1 Arbeitsplätze bei Lieferanten, im Taxigewerbe oder Einzelhandel. Auch diese Leute zahlen Steuern. Die Stadt profitiert ebenfalls beträchtlich von dem Betrieb am Mainufer in Niederrad: Rund die Hälfte der Patienten und der Mitarbeiter sind Frankfurter. Doch nur wenige Dinge, die das Klinikum benötigt, sind in der Stadt zu erwerben: Lediglich sechs Prozent der Investitionen fallen auf Frankfurt, knapp 23 Prozent zumindest auf Hessen.

Die Verantwortlichen des Klinikums sind hoch zufrieden mit dem Ergebnis: „Es hat uns schon sehr überrascht“, sagt Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor Jürgen Schölmerich. „Universitätsmedizin ist ein Geschäftsmodell, das sich lohnt“, ergänzt Dekan Pfeilschifter.

Diese Botschaft soll sich schnell bis nach Wiesbaden herumsprechen. Um dies zu beschleunigen, haben der Fachbereich und das Klinikum Exemplare des „Wertschöpfungsgutachtens“ an diverse Landespolitiker verschickt. „Die Kurzfassung“, wie sie betonen. Eine längere könne bei Bedarf nachgeliefert werden. Denn das Land, sagt Pfeilschifter, engagiere sich zwar „überdurchschnittlich“ bei den aktuellen Baumaßnahmen. Doch was die Zuschüsse für Forschung und Lehre betrifft, sieht er Nachholbedarf. „Da liegen wir 30 Millionen im Jahr unter dem Durchschnitt.“ In absehbarer Zeit liefen der Hochschulpakt und die Exzellenzinitiative aus. „Da muss man bald über eine Anschlussfinanzierung nachdenken.“

Zwei Projekte liegen dem Dekan besonders am Herzen: die Gründung eines Fraunhofer-Instituts, das als Schnittstelle zwischen präklinischer Arzneimittelforschung und klinischer Entwicklung und Erprobung dienen soll. Und eine neue Tierversuchsanlage, die die sehr in die Jahre gekommene alte ersetzt. Ein Standort ist schon gefunden: in Hattersheim in der ehemaligen Versuchsanlage von Sanovi-Adventis.

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