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Uni Frankfurt Protest gegen Kongress mit „homofeindlichen“ Aktivisten

Der AStA der Universität Frankfurt ruft zu einer Demonstration gegen einen Kongress auf, hinter dem die Aktivisten Gerhard Amendt und Tom Todd stehen.

04.04.2018 15:09
Das Präsidium der Uni Frankfurt sieht „keine juristische Begründung für eine außerordentliche Kündigung“. Foto: Christoph Boeckheler

Der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) der Universität Frankfurt am Main hat zu einer Demonstration gegen einen Kongress „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ aufgerufen, der vom 13. bis 15. April auf dem Campus Westend stattfindet. Hinter dem Veranstalter stünden die zwei „homofeindlichen und antifeministischen Aktivisten“ Gerhard Amendt und Tom Todd, teilte der AStA am Mittwoch mit.

„Homofeindliche und reaktionäre Positionen dürfen an der Universität keinen Raum bekommen, auch nicht unter einem vermeintlich wissenschaftlichen Deckmantel“, sagte Clara Mißbach vom AStA. Amendt und Todd hätten sich in der Öffentlichkeit entsprechend geäußert. Die Demonstration für Akzeptanz und Vielfalt beginne am Samstag, 14. April, um 12 Uhr auf dem Campus Westend.

Kritik an dem Kongress hatten zuvor auch Vertreter von SPD und Linken geäußert. Amendt habe sich mehrfach als Gegner der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und deren Adoptionsrecht positioniert, sagte der Frankfurter SPD-Stadtverordnete Thomas Bäppler-Wolf. Todd arbeite für den Verein „Agens“, der gegen die geschlechtsneutrale Sprache agitiere und vor der „Ausbreitung der Homosexualität“ warne.

Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Achim Kessler, nannte Amendt einen „exponierten Vertreter der antifeministischen Männerrechtsbewegung“. Der Soziologe bezeichne Homosexuelle als „Perverse“ und rücke sie in die Nähe zur Pädophilie. Amendt wies diese Anschuldigungen im Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk (hr) zurück: „Das ist doch völlig hirnrissig. Meine Haltung ist ganz klar: Bei Heterosexuellen wie Homosexuellen gibt es ungezählte Varianten, wie Sexualität gelebt wird. Das ist heute akzeptiert. Dagegen habe ich nichts vorzubringen, weder als Wissenschaftler noch persönlich.“

Amendt verteidigt sich

Die Kritik an dem Kongress sei völlig aus der Luft gegriffen, sagte Amendt der „Hessenschau“. Es gehe dort einzig darum, Gewalt in der Familie zu verhindern. Ein wichtiger Ansatz sei es zum Beispiel in den Blick zu nehmen, wie sich Gewalterfahrung als Gewaltausübung gewissermaßen wiederhole. Dazu referierten Jugendpsychiater, Sozialpädagogen oder Kinderärzte aus den USA, Großbritannien und Israel.

Gleichwohl appellierten der AStA, Bäppler-Wolf und Kessler an die Goethe-Universität, die Raumzusage für die „AG Familienkonflikte“ zurücknehmen. Dazu erklärte das Präsidium der Universität, dass für die Vermietung von Veranstaltungsräumlichkeiten eine Tochtergesellschaft der Uni zuständig sei, die „CampuService GmbH“. Diese habe vor dem Vertragsabschluss den Veranstalter geprüft und keine Hinweise etwa auf verfassungsfeindliches oder extremistisches Gedankengut erhalten. Derzeit ergebe sich „keine juristische Begründung für eine außerordentliche Kündigung“ der Räume. (epd) 

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