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Umweltveränderungen Beispiel Schmetterlinge: Artensterben ist dramatisch

Das Umweltnetzwerk BioFrankfurt weist auf das Artensterben hin. Viele Tiere mit speziellen Ansprüchen sind bereits verschwunden.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
Der dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist ein Tagfalter und wird auch als Schwarzblauer Bläuling bezeichnet. Foto: imago

Das Umweltnetzwerk BioFrankfurt veröffentlicht jedes Jahr eine sogenannte Biozahl – also eine Zahl, die Probleme oder Veränderungen in der Natur besonders veranschaulicht. In diesem Jahr ist es die 40: weil der Artenverlust bei Tagfaltern seit einer Vergleichsmessung im 19. Jahrhundert auf rund 40 Prozent beziffert wird.

„Im Jahr 1840 lebten auf einer Wiesenfläche bei Regensburg (Bayern) noch 117 Arten von Tagschmetterlingen und Widderchen“, berichtet Bruno Streit, der Sprecher des Bündnisses, in dem 16 Institutionen aus Forschung, Bildung und Naturschutz in Frankfurt und Umgebung organisiert sind. „2013 fanden Forscher auf der gleichen Fläche nur noch 71 Arten.“ Verändert habe sich auch die Zusammensetzung: „Besonders Arten mit speziellen Ansprüchen sind verschwunden oder vom Aussterben bedroht.“

Gravierende Veränderungen bedrohen die Arten

Die Gründe: einerseits Veränderungen der Pflanzenwelt, etwa durch Düngung, andererseits das wärmere Klima und der Wandel der Landnutzung, also immer größere Felder, zerschnittene Lebensräume, Verlust wertvoller Wildpflanzen an den Ackerrändern.

Dabei zeigten die Tagfalter-Arten noch nicht einmal das ganze dramatische Ausmaß des Artensterbens. Bei den Insekten insgesamt sei die Zahl der Individuen noch viel stärker zurückgegangen. „Insektenforscher und Naturschützer schätzen bis zu 80 Prozent weniger Tiere in der Luft als noch vor wenigen Jahrzehnten“, berichtet Streit. Wissenschaftliche Daten gebe es darüber aber fast gar nicht; die gut dokumentierte Tagfalter-Wiese sei eine Ausnahme.

Weniger Insekten

Weitaus deutlicher als der Verlust an Arten zeige sich die Abnahme der Individuen, also der Anzahl der Tiere. Das kann der Laie leicht erkennen: Nachts schwirrten im Sommer viel weniger Insekten um die Laternen. Und auf der Windschutzscheibe von Autos oder Schnellzügen kleben am Ende der Reise längst nicht mehr so viele tote Luftbewohner wie noch vor 30 Jahren.

„Die Zahl der Insekten hat drastisch abgenommen“, sagt Thomas Schmitt, Direktor des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts in Müncheberg (Brandenburg). „Wir schätzen einen Einbruch von bis zu 80 Prozent gegenüber den 1980er Jahren.“

Weniger Insekten bedeuten weniger Fledermäuse und insektenfressende Vögel, warnt BioFrankfurt. Mit dem Verschwinden bestäubender Insekten wie Schmetterlingen und Hautflüglern fielen zudem Mitarbeiter aus, auf die viele einheimische Pflanzenarten angewiesen seien – letztlich auch der Mensch.

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