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Umwelt Ultra-Feinstaub auf der Spur

Bislang hieß es, dass es unter den Einflugschneisen für den Frankfurter Flughafen keine besondere Feinstaubbelastung gebe. Erste Messungen durch Bürgerinitiativen und das Umweltbundesamt werfen nun Fragen auf.

Diese Station misst die Abgase von Flugzeugen. Foto: Rolf Oeser

Die Belastung durch Feinstaub hat dazu geführt, dass in vielen Städten Umweltzonen eingerichtet wurden. Bislang hatte es immer geheißen, dass es unter den Einflugschneisen für den Frankfurter Flughafen keine besondere Feinstaubbelastung gebe. Inzwischen aber, so Ursula Fechter von der Bürgerinitiative Sachsenhausen, seien die Flugzeugtriebwerke so weit optimiert worden, dass weniger große, aber weitaus mehr winzige Feinstaubpartikel ausgestoßen würden, die bei den bisherigen Messungen nicht berücksichtigt worden seien. Dieser Ultra-Feinstaub steht in dem Verdacht, tief in die Lunge einzudringen und ins Blut gelangen zu können.

Nachdem die Stadt Frankfurt es abgelehnt hat, in Sachsenhausen oder Niederrad eine Messstation für Ultra-Feinstaub einzurichten, werden die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau nun selbst aktiv. Sie wollen einem aus Spenden finanzierten Messgerät, das bisher an verschiedenen Stellen im Einsatz war, einen festen Standort geben.

Wie Janina Teresa Steinkrüger vom Umweltdezernat bestätigte, hält die Stadt den Zeitpunkt für eigene Messungen für zu früh: „Die Wissenschaft ist noch nicht so weit“, sagte Steinkrüger. Tatsächlich sind nach Angaben des Umweltbundesamtes in Langen noch viele Fragen offen.
Zwar habe man, wenn der Wind vom Flughafen geweht habe, eine „leichte Erhöhung“ von Feinstaubpartikeln in der Größenordnung zehn bis 30 Nanogramm festgestellt. Zu einem ähnlichen Ergebnis sei man auch bei Messungen in der Nähe des Flughafens gekommen.
Doch welche Bedeutung diese Ergebnisse hätten, sei schwer zu sagen. „Da müssen noch andere Untersuchungen gemacht werden.“

Konzentration um das zehn- bis 20-Fache erhöht

Die Flughafenausbaugegner hatten bei ersten „punktuell ausgeführten Messungen“ festgestellt, dass „bei anhaltendem Überflug die durchschnittliche Ultra-Feinstaubkonzentration um das zehn- bis 20-Fache erhöht ist“, wie es in einer Mitteilung an die Presse heißt.
Angelika Broll vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) räumte ein, dass in der Vergangenheit von den landesweit 37 Stationen des HLNUG entsprechend den bisherigen Vorschriften immer nur die größeren Feinstaubpartikel gemessen worden seien.

Jetzt habe man sich mit dem Umweltbundesamt zusammengetan, um in Raunheim ein Jahr lang kleine und kleinste Feinstaubpartikel zu messen. „Die Medizin braucht ja auch Daten.“

Ultra-Feinstaub kann aus sehr unterschiedlichen Substanzen bestehen. Er entsteht beispielsweise auch in der Küche, wenn man Brot toastet, oder beim Hähnchenbraten.

Klaus Wirtz vom Umweltbundesamt geht bei aller Zurückhaltung davon aus, dass ultrakleine Partikel, die bei einem Verbrennungsprozess entstehen, als „gefährlich“ eingestuft werden können.

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