Lade Inhalte...

Umwelt Ein Danke für die Klimaschützer

„Wertschätzung ist die stärkste Motiviation“: Die Stadt startet eine neue Klimaschutzkampagne.

Klimaschutzkampagne
Bitte: Patrick Kolb (Fahrrad-Start-Up Bikuh), Wiebke Fiebig (Energiereferat), Imke Eichelberg (Repaircafé), Rosemarie Heilig (Umweltdezernentin), Ralf Zarbock (Druckerei) und Jan-Peter Farr (Werbeagentur) mit dem Signalwort der Kampagne. Foto: Christoph Boeckheler

Danke. Ganz groß. Auf beleuchteten Plakaten. Und auch mal im Vorbeifahren. Im Kino. Auf der Straßenbahn. An S-Bahnhaltestellen. Auf Postkarten. Überall ganz groß „Danke“, und bei näherem Hinsehen: „Danke, dass Du was für das Klima machst.“ Das ist die neue Klimaschutzkampagne der Stadt. 

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) stellt sie am Montagmorgen vor, bei kühlem Herbstklima, aber es gibt heißen Kaffee dazu, in kampagnenblauen Bechern aus Baumsaft mit dem Aufdruck „Team Frankfurt – Klimaschutz 2050“.

„Wir überlegen seit Langem, was wir fürs Klima tun können“, sagt Heilig, „das Energiereferat der Stadt ist seit 25 Jahren dran – aber wie können wir die Bevölkerung wieder neu motivieren?“ Gemeinsam mit der Agentur Farr & Thamm kamen die Fachleute zu der Überzeugung: „Wir sagen danke!“ Denn Wertschätzung, sagt Wiebke Fiebig, die Leiterin des Energiereferats, „ist die stärkste emotionale Motivation.“ 

Das mag dem einen oder anderen beim Ortstermin unterm „Mega-Light-Plakat“ an der Eschersheimer Landstraße im Nordend nicht einleuchten („Versteh‘ ich nicht, wer dankt da wem, und wer sind diese Leute überhaupt?“), aber das sei auch Teil des Konzepts, sagt Stadträtin Heilig: „Man fragt sich, wer dankt mir da jetzt, man schaut es sich genau an, und dann will man dabei sein. Das ist eine Superidee.“ 

Tatsächlich ist es der Plan, dass sich die Plakatbetrachter ein wenig wundern, dann im Internet gucken (www.klimaschutz.frankfurt.de) und dann hineinwollen ins „Team Frankfurt“. Sozusagen schon drinnen im Team ist Imke Eichelberg von Transition Town Frankfurt, die gerade ein Repaircafé in Heddernheim plant. Im Januar soll es eröffnen und die Chance bieten, kaputte Sachen gemeinsam wieder ganzzumachen, statt neue zu kaufen. Das ist gut fürs Klima, auch fürs soziale, denn es bringt Nachbarn zusammen. „Wir suchen noch Leute, die mitmachen“, sagt Eichelberg. Per E-Mail können sie Kontakt aufnehmen: imke@transition-town-frankfurt.de. 

Drin im Team ist beispielsweise auch Ralf Zarbock mit seiner Druckerei, die Energie spart, wo immer es geht, und im städtischen Ökoprofit-Programm für Unternehmen mitmacht. Und ebenfalls im Team ist Bikuh, ein junges Unternehmen, das Radfahrer wie dich und mich mit Werbepartnern zusammenbringt und so dafür sorgt, dass mehr Kilometer umweltfreundlich zurückgelegt werden. Dafür gab’s 2016 einen Preis im Ideenwettbewerb Klimaschutz der Stadt.

Wozu das alles? Frankfurt will bis 2050 seine Kohlendioxid-Emissionen um 95 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduzieren und sich komplett aus erneuerbaren Energiequellen versorgen. Gerade erst wurde bekannt, dass Deutschland seine Ziele bei der CO2-Reduktion krachend zu verfehlen droht. Wie sind die Zahlen für Frankfurt, stehen wir besser da? „Das weiß man nicht“, sagt Heilig. Aber hier seien viele Projekte angestoßen worden, und es könnten noch weitaus mehr werden, wenn die neue Bundesregierung mitspielte und endlich den Geldhahn für die Kohleverstromung zudrehte: „Dann könnte die Mainova auch in Frankfurt das Kohlekraftwerk abschalten.“

Ob die Danke-Kampagne da hilft? „Wir wollen einmal nicht belehren und einmal ohne den Eisbär auskommen, ohne Endzeit-Szenario“, sagt Jan-Peter Farr von der Werbeagentur. Beim Tag der offenen Tür im Römer will das Team Frankfurt die Bürger fragen, ob das funktioniert.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen