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Umgestaltung Galluswarte wird neu und schön

Klarer Sieg für den Entwurf des Architekten Ernst-Ulrich Scheffler. Die Galluswarte soll zu einem echten Stadtteileingang werden, mit leuchtenden Brüstungbändern und genügend Platz für ein Café oder für Ausstellungen.

Dieses Konzept hat den Wettbewerb zur Umgestaltung der Warte gewonnen. Foto: Büro Scheffler

Elf zu null für Ernst-Ulrich Scheffler. Der auf das Bauen im historischen Kontext spezialisierte Frankfurter Architekt hat von einer elfköpfigen Jury den Zuschlag erhalten, den „Stadtteileingang Galluswarte“ umzugestalten – und zwar einstimmig. Seit Jahren fordern Bürger und versprechen Regierende für den unwirtlichen Ort Erneuerung.

Doch viel mehr als ein anderes, bis über die Abbiegespuren ausgedehntes Pflaster und eine ausgeklügelte Beleuchtung sind für das Einfahrttor nach Frankfurt nicht drin. Also legt Entwerfer Scheffler auf diese Mittel den Schwerpunkt; mittels Steinplatten aus hellem Beton und durch eine „integrierte Lichtkonzeption“ wollen die Planer an der Warte optisch zusammenbringen, was in der (auto)mobilen Wirklichkeit auseinanderfällt.

„Die Reduzierung des Autoverkehrs war nicht Bestandteil der Ausschreibung“ informiert Ernst-Ulrich Scheffler. Die 600 Jahre alte Galluswarte steht ja nur noch auf einer Verkehrsinsel, umkreist von Autos auf sechs Fahrspuren, durchschnitten von der Straßenbahn, überragt von einer Eisenbahnbrücke. Diese Brücke soll mit roten, nachts leuchtenden Brüstungsbändern zu einer „Verkehrsskulptur“ aufgewertet werden. Leuchten auf ihren Innenseiten sollen den Raum weiten, flächiges Licht „den Bereich unter der Überführung erlebbar machen“.

An der Warte auf ihrer Insel war lange geplant, den 50er-Jahre-Anbau mit Trinkhalle, Kiosk und Toiletten abzubrechen. Ernst-Ulrich Scheffler schlägt dagegen vor, „den Flachbau zum größten Teil zu erhalten“. Weil die Toiletten verlegt werden, nämlich unter die Brücke, entsteht aber zwischen Warte und Kiosk Platz genug für einen flexibel nutzbaren Raum – etwa für ein Café oder für Ausstellungen. Hinter einer Glaswand könnte eine Verbindung zu dem intimen Höfchen hinter der Mauer entstehen, das man heute nur an der Südseite durch ein Tor betreten kann. Dem Hof werde dadurch „seine Enge genommen“, kommentiert Scheffler.

Ideen aus dem Stadtteil

Von der Lage und historischen Bedeutung her markiert der Wachturm den Stadtteilmittelpunkt; dass er in der Wirklichkeit fast unkenntlich geworden ist, war immer wieder Thema in der Geschichtswerkstatt Gallus und im Stadtteilbeirat des Projekts Soziale Stadt. Die Forderung kam auf, an der Galluswarte einen Markt anzusiedeln. Auf alten Ansichten ist dort eine „Milch- und Gartenwirtschaft“ zu sehen.

Um Ideen aus dem Stadtteil aufzunehmen, seien „insgesamt fünf Beteiligungsveranstaltungen für die und mit den engagierten Bewohnern“ gemacht worden. Anspruch an den von der Stadt ausgelobten Realisierungswettbewerb war es dann „den Genius loci des Ortes erfahrbar zu machen“, also das Authentische herauszuarbeiten und das Wahrzeichen zu inszenieren. Was die ungleiche Verteilung des städtischen Raums zugunsten der Autos angeht, erwartet Architekt Ernst-Ulrich Scheffler Besserung: „Die Zeit arbeitet für die Fußgänger.“ Schon wegen steigender Benzinpreise.

Im Foyer des Gallus-Theaters, Kleyerstraße 15, sind alle 14 Wettbewerbsarbeiten vom 11. Oktober (Eröffnung 17 Uhr) bis 25. Oktober täglich von 11 bis 18 Uhr ausgestellt. Zweiter Preisträger ist das Büro Landes und Partner; den dritten Preis hat Woerner und Partner. Planungsamtschef Dieter von Lüpke spricht zur Eröffnung.

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