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U60311 Frankfurt U 60311 wird zwangsgeräumt

Nach langem Streit mit der Stadt steht die Frankfurter Diskothek "U60311" nun doch vor dem endgültigen Aus. Die Zwangsräumung ist nach Angaben von U60-Geschäftsführer Alexander Eger für den 23. Januar festgesetzt.

Wird das U60311 diesmal tatsächlich geräumt, dann sollen die Eingänge des Clubs (hier am Roßmarkt) zurückgebaut werden. Foto: dapd

Nach langem Streit mit der Stadt steht die Frankfurter Diskothek "U60311" nun doch vor dem endgültigen Aus. Die Zwangsräumung ist nach Angaben von U60-Geschäftsführer Alexander Eger für den 23. Januar festgesetzt.

Die Diskothek U60311 am Frankfurter Roßmarkt soll nun doch zwangsgeräumt werden. Wie der Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes, Alfred Gangel, gegenüber der FR bestätigte, liege ihm eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber des Clubs vor. Der Gerichtsvollzieher werde nun die Zwangsräumung vollziehen. „Wenn nicht noch etwas Unerwartetes passiert, werden wir das auch so durchziehen“, sagte Gangel, der auf ein baldiges Ende des langwierigen Gerangels um die städtische Immobilie hofft. Laut U60-Geschäftsführer Alexander Eger ist die Zwangsräumung für den 23. Januar festgesetzt.

Eger hatte im Dezember überraschend seinen Insolvenzantrag zurückgezogen, weshalb eine Räumung der unterirdischen Partygemächer am Roßmarkt überhaupt wieder möglich ist. Alfred Gangel beruft sich dabei auf einen gerichtlichen Räumungsvergleich aus dem April vergangenen Jahres, in dem sich Stadt und Clubbetreiber auf eine Schließung des Clubs im Juni 2012 geeinigt hatten.

Der Partybetrieb war aber nach kurzer Unterbrechung doch weitergegangen. Auf Antrag des U60-Insolvenzverwalters hatte das Insolvenzgericht zum Entsetzen der Stadt eine Räumung im September für unzulässig erklärt.

Gegen den erneuten Anlauf, das U60311 zu schließen, hat Club-Chef Eger abermals Widerstand angekündet. „Ich habe Räumungsschutz beantragt“, sagte er. Dabei will Eger sich eigentlich schon lange aus dem Nachtleben zurückziehen und übergab bereits Ende vergangenen Jahres an drei neue Betreiber. „Ich will die ganze Zeit schon raus. Aber ich kann mich ja nicht enteignen lassen.“ Drei Millionen Euro habe er in den Club investiert und erhebt Schadenersatzforderungen. „Ich sehe dafür keine Grundlage“, kommentierte Liegenschaftsamtsleiter Gangel.

Seit am frühen Ostermontag 2011 ein britischer Clubgänger von U60-Türstehern zu Tode geprügelt worden war, bemüht sich die Stadt intensiv um eine Schließung des Clubs. Im Juni 2011 kündigte sie dem Clubbetreiber. Weitergefeiert wurde trotzdem, bis die Stadt eine Räumungsklage einreichte – wegen offener Mietforderungen in Höhe von 150.000 Euro. Eger begründete diesen Zahlungsrückstand mit einem durch Rohrbauarbeiten entstandenen Wasserschaden in Höhe von 100.000 Euro und pochte auf Schadenersatz. Im April 2012 einigten sich Eger und die Stadt in der Sache auf besagten Räumungsvergleich. Die Mietschulden wurden mit den Schadenersatzforderungen verrechnet.

„Stadt hat keine Lust auf Techno“

Nach dem langen Hin und Her ist der Ton nun gereizt. „Die Stadt will das U60 nicht“, sagt Eger und beklagt eine einseitige Stimmungsmache. „Die Stadt versucht uns mit allen Mitteln da raus zu kriegen, weil sie keine Lust auf Techno hat.“ Diese Behauptung sei „völliger Quatsch“, entgegnet indes Alfred Gangel. „Wir sind doch keine Zensurbehörde für den Musikgeschmack der Frankfurter Jugend.“ Klar sei, dass nach der Räumung wieder ein Club in die ehemalige Fußgängerunterführung einziehen soll. „Aber auf die Musikrichtung habe ich keinen Einfluss.“

Kommt es dieses Mal zur Räumung, sollen in den Folgemonaten, wie seit langem geplant, die Eingänge des Clubs zurückgebaut und weitere Renovierungsarbeiten umgesetzt werden, etwa ein neues Lüftungssystem. Danach werde es noch „etwa ein Vierteljahr“ dauern, sagt Gangel, bis man sich mit neuen Betreibern geeinigt habe. Man stehe mit „etwa 10 Interessenten“ im Gespräch.

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